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Wasserstoff aus Überschussstrom: Berliner Start-up sammelt 500.000 Euro ein

Das Berliner Start-up Nextract Energy hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 500.000 Euro abgeschlossen. Mit seiner Machine-Learning-basierten Software sollen Betreiber von Wind- und Solarparks Abregelungen vorhersagen und überschüssigen Strom gezielt in Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion umleiten können. Die Lösung wird derzeit in mehreren Pilotprojekten getestet.

von | 12.09.25

Das Gründer:innen-Team von Nextract Energy
Foto: Diana Shulieshnova / Nextract Energy
Nextract

Das Berliner Start-up Nextract Energy hat nach eigenen Angaben eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 500.000 Euro abgeschlossen. Investiert haben Business Angels aus dem Companisto Angel Club sowie das Hamburger Venture Capital-Unternehmen BPO Capital. Dies meldete Nextract Anfang September.

Abregelungs-Prognose durch Machine Learning

Mit dem eingeworbenen Kapital will das Jungunternehmen seine Softwarelösung zur Vorhersage von Abregelungen in Wind- und Solarparks zur Marktreife entwickeln. „Jedes Jahr müssen in Deutschland enorme Mengen an erzeugtem Strom aus Wind- und Solaranlagen zwangsweise vom Netz genommen werden, weil Leitungen oder Märkte überlastet sind“, erläutert Maurits Zevering, CEO und Mitgründer von Nextract, das Problem.

Das Ausmaß der Problematik hatte Zevering bereits 2023 in einem Interview mit dem Fachmagazin gwf Gas + Energie quantifiziert: „Mit der im letzten Jahr abgeregelten Energiemenge hätte man bis zu 115.000 t grünen Wasserstoff produzieren können – und das mit heute schon erhältlichen Elektrolyseuren.“ Laut Zeverings damaliger Aussage waren 2022 rund 8.000 GWh Ökostrom abgeregelt worden.

Die Technologie, die das verhindern soll, basiert auf Machine-Learning-gestützten Prognosen zu drohenden Abregelungen. Diese fließen proaktiv in die Steuerung der Anlagen ein. „Die Software prognostiziert, wann aufgrund der erwarteten Netzauslastung und Wetterlage abgeregelt werden muss“, erklärte Zevering gegenüber der gwf Gas + Energie. So soll Stromüberschuss nicht ungenutzt verloren gehen, sondern planbar in Wasserstoff und Wärme umgewandelt werden.

TU Berlin-Ausgründung

Ein zentraler Anwendungsfall entsteht laut aktueller Meldung derzeit mit dem Block-Heiz-Hydrogen-Kraftwerk (BHHKW) eines Kooperationspartners. Dort soll die Nextract-Steuerung dafür sorgen, dass Strom zum optimalen Zeitpunkt eingekauft und direkt in Wasserstoff sowie nutzbare Wärme umgewandelt wird. „Sektorenkopplung geht nur digital“, so Zevering 2023 in der gwf Gas + Energie.

Zudem könne die gezielte Ansteuerung von Elektrolyseuren die Zahl der Produktionsausfälle deutlich reduzieren. Auch die Wirtschaftlichkeit der H₂-Anlagen steige durch den Einsatz von Überschussenergie deutlich.

Das aus einem Projekt der TU Berlin hervorgegangene Unternehmen firmierte ursprünglich unter dem Namen Hydro2X. 2024 kam es im Zuge der Gründung als GmbH zur Umbenennung. Nextract Energy ist Teil des „Hydroverse“-Netzwerks des Essener Start-up-Akzelerators H2UB.

(Quelle: Nextract Energy/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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