Die Vorbereitungen für Demonstration und Live-Test fanden in Kooperation zwischen Innio und technischen Vertretern des Net Zero Innovation Hub for Data Centers statt. Im Mittelpunkt der Arbeiten stand der Betrieb einer Anlage der 3-MW-Klasse mit 100 Prozent Wasserstoff. Dabei kam die Jenbacher Gasmotorentechnologie von Innio zum Einsatz.
Test zeigt Eignung von Wasserstoffmotoren für Rechenzentren
Der Live‑Test wurde am Forschungsstandort des Gasmotorherstellers durchgeführt. Im Rahmen dessen durchlief der Wasserstoffmotor für Rechenzentrum‑Anwendungen typische Lastprofile. Neben verschiedenen KI‑Lastprofilen umfasste der Validierungstest auch schnelle und großvolumige Lastwechsel, um reale Bedingungen in Rechenzentren zu simulieren.
Nach Angaben der anwesenden technischen Vertreter von Microsoft Corporation, Google Ireland Limited und dem Rechenzentren-Betreiber Data4 zeigten die Live‑Beobachtungen: Wasserstoffmotoren könnten eine Option zur Backup‑ und Primärenergieversorgung von leistungsintensiven Rechenzentren der nächsten Generation sein.
Nächste Schritte für Skalierung geplant
Der Validierungstest ist Teil eines kollaborativen Prozesses des Net Zero Innovation Hub for Data Centers zur Skalierung von Innovationen.
Innio und der Hub planen nach eigenen Angaben, für die Skalierung der Technologie weiter zusammenzuarbeiten. Im Fokus würden dabei unter anderem Brennstoffverfügbarkeit, Infrastruktur sowie die Integration in Rechenzentrum‑Architekturen stehen.
Hintergrund: Bedarf an CO2-armen Backup-Systemen steigt
Nach Angaben von Branchenanalysten wird ein Anstieg des Anteils von hybriden und Behind-the-Meter-Energiesystemen in neuen Rechenzentren erwartet: Lag dieser im Jahr 2025 noch zwischen 10 und 20 Prozent, so soll er bis 2030 auf 50 bis 60 Prozent wachsen. Behind-the-Meter-Energiesysteme werden hinter dem Netzanschlusspunkten von Unternehmen installiert und ermöglichen diesen, ihren Netzbezug zu senken und Lastprofile zu optimieren.
Da Betreiber der Zentren zunehmend Wert auf Versorgungssicherheit, Realisierungszeiten und Dekarbonisierung legen würden, steige laut Analysten der Bedarf an skalierbaren, CO₂‑armen Alternativen zu dieselbasierten Backup‑Systemen an.
Mithilfe von wasserstoffbetriebenen Technologien könne nach Unternehmensangaben eine beschleunigte Bereitstellung von Rechenzentren, eine optimierte Integration in das Stromnetz sowie die Stabilisierung der Netzinfrastruktur ermöglicht werden.







