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Wasserstoff im Rheinland: Thyssengas plant H2-Netz für Raum Düsseldorf

Der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas prüft eine Wasserstoff-Anbindung im Raum Neuss/Düsseldorf-West. Eine bis Ende 2025 laufende Machbarkeitsstudie soll konkrete Trassen für die regionale H2-Versorgung identifizieren. Als industrieller Abnehmer ist bereits das Aluminiumunternehmen Speira an Bord.

von | 30.07.25

In Düsseldorf eröffnete vor wenigen Wochen die leistungsstärkste Wasserstoff-Tankstelle Europas
© qphotomania - stock.adobe.com
Düsseldorf

Thyssengas hat eine Machbarkeitsstudie für eine Wasserstoff-Netzerweiterung im Raum Neuss/Düsseldorf-West gestartet. Bis Ende 2025 will der Dortmunder Fernleitungsnetzbetreiber will gemeinsam mit der Netzgesellschaft Düsseldorf, den Stadtwerken Neuss und dem Aluminiumrecycling-Unternehmen Speira bis Ende 2025 geeignete Trassen für eine regionale H2-Anbindung identifizieren. Dies teilte Unternehmen am Mittwoch (30. Juli) mit.

Die Netzerweiterung soll potenzielle Wasserstoffabnehmer abseits der H2-Kernnetztrassen erreichen. „Der H2-Hochlauf gelingt nur, wenn wir über das Kernnetz hinausdenken und auch Regionen, die nicht unmittelbar am Kernnetz liegen, bei der H2-Versorgung mitdenken“, so Ansgar Taubitz, Referent Marktentwicklung Wasserstoff bei Thyssengas.

Dreiteiliges Ausbaukonzept geplant

Die Studie prüft dabei laut Thyssengas ein gestaffeltes Ausbaukonzept. Zunächst soll eine bestehende Erdgasleitung, die im Rahmen des H2-Kernnetzes auf Wasserstoff umgestellt wird, als Ausgangspunkt dienen. Anschließend ist die Umrüstung eines kurzen Teilstücks einer weiteren Thyssengas-Erdgasleitung für den H2-Transport vorgesehen.

Im finalen Schritt soll das Netzs dann durch gezielten Neubau ergänzt werden. Ziel ist der direkte Anschluss industrieller Abnehmer sowie eine Netzkopplung mit Verteilnetzbetreibern. Diese arbeiten zum Teil schon an eigenen Wasserstoff-Clusterlösungen, wie zum Beispiel Westnetz im Sauerland.

Düsseldorf

Geplante H2-Leitungen (Quelle: Thyssengas)

Bedarf muss frühzeitig angemeldet werden

Thyssengas fordert weitere potenzielle Wasserstoffnutzer in der Region auf, ihren Bedarf zu melden. „Wer künftig Wasserstoff nutzen will, sollte seinen Bedarf jetzt benennen und den Dialog mit den Netzbetreibern suchen“, betonte Taubitz.

„Nur wenn die Bedarfe frühzeitig bekannt und hinreichend konkret sind, kann die Wasserstoff-Ferngasleitung auch bedarfsgerecht im Rahmen des Netzentwicklungsplans berücksichtigt und umgesetzt werden.“

Kernnetz-Anschluss für Kommunen und Industriebetriebe

Speira-Geschäftsführer Volker Backs betonte die Bedeutung von Wasserstoff für die Dekarbonisierung seines Unternehmens:

„Mit dem Einsatz von Wasserstoff können wir Produktionsprozesse nachhaltig gestalten. Der zeitnahe Zugang zum H2-Kernnetz ist daher für uns von großer Bedeutung.“

Auch die Netzgesellschaft Düsseldorf sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die regionale Energiewende. „Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein der künftigen Energieversorgung und industriellen Transformation“, so Projektmanagerin Antje Pelzer laut der Mitteilung.

Auch Thomas Walkiewicz, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss, bezeichnete die Anbindung an eine zukunftsfähige Infrastruktur als „entscheidend“ für Unternehmen und Verbraucher in der Region.

Wasserstoff bei Thyssengas
(Quelle: Thyssengas/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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