Bis zum 15. Juni konnten Marktteilnehmer Interessensbekundungen einreichen, um ihre gewünschte Kapazität anzugeben. Im Rahmen dessen hatte Uniper Absichtserklärungen mit den Interessenten unterzeichnet. Laut Unternehmen liegen nach Abschluss der EoI-Phase ausreichend Kapazitätsreservierungen vor, um die Entwicklung des Terminals fortzusetzen und das Projekt in die nächste Entwicklungsphase zu überführen.
In der zweiten Phase will Uniper nun Eckpunkte als Grundlage für den Terminalnutzungsvertrag herausgeben. Diesen Vertrag entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit den teilnehmenden Kapazitätsnutzern. Mit der Unterzeichnung des Vertrags kommt dann die verbindliche Kapazitätsbuchung zustande.
Ammoniak soll als Wasserstoffträger dienen
Das Wasserstoff-Importterminal Wilhelmshaven soll den Import von Wasserstoff mittels Ammoniak ermöglichen. Nach der Anlieferung soll das Ammoniak vor Ort in einem großtechnischen Cracker in Wasserstoff und Stickstoff aufgespalten werden. Der gewonnene Wasserstoff soll anschließend in das deutsche Wasserstoffkernnetz eingespeist werden. Zusätzlich sind Schienenladeanlagen für den Weitertransport von Ammoniak vorgesehen.
Die jährliche Importkapazität liegt bei bis zu 2,6 Millionen Tonnen Ammoniak. Daraus können rund 350.000 Tonnen Wasserstoff gewonnen werden. Sollte der Markt den Bedarf für eine Terminalerweiterung auf die maximale Kapazität zeigen, plant Uniper die Durchführung einer oder mehrerer zusätzlicher Open Seasons. Deren Kapazitätsprodukte und Geschäftsbedingungen können dabei von der aktuellen Open Season abweichen.
„Green Wilhelmshaven“ verbindet Import und H₂-Produktion
Das Importterminal ist Teil des Großprojekts „Green Wilhelmshaven“, das Uniper am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks entwickelt. Das Vorhaben umfasst neben dem Importterminal auch eine Elektrolyseanlage, die in der Planung mehrstufig ausgelegt ist und perspektivisch bis zu 1 GW erreichen soll. In der Endausbaustufe soll der Elektrolyseur jährlich rund 100.000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Die lokale Wasserstoffproduktion soll bis Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen.
Wilhelmshaven ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen an der Nordseeküste, der großen Tankern jederzeit freien Zugang ermöglicht. Zusätzlich besteht Zugang zum größten Wasserstoffkavernenfeld Deutschlands in Etzel.












