Am 5. Dezember wurde der Deutsche Nachhaltigkeitspreis vergeben. Die Fachjury würdigt Eternal Power für seine Rolle bei der Skalierung von grünem Wasserstoff. In kurzer Zeit hat das Hamburger Unternehmen eine Pipeline von Großprojekten zur Produktion von grünem Wasserstoff aufgebaut und zeige damit, dass ein junges Unternehmen in kurzer Zeit eine Schlüsselrolle in der internationalen Wasserstoffwirtschaft einnehmen kann, heißt es in der Jurybegründung.
Die Jury hob das integrierte Geschäftsmodell des Hamburger Scale-ups hervor. Das Unternehmen will schwer zu defossilisierende Branchen wie Stahl, Chemie, Schifffahrt und Wärmeversorgung mit grünem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten versorgen.
Dafür kooperiert das Unternehmen unter anderem mit Hydropulse (ITM Power Group), aireg (Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany) und der Initiative TransHyDE 2.0. Das Unternehmen unterhält Standorte und Partnerschaften in Hamburg, Skandinavien, der Türkei und Portugal.
„Die Branche verabschiedet sich vom PowerPoint-Wasserstoff und baut konkrete Industrieanlagen. Wasserstoff ist kein Hype-Thema, sondern industrielle Realität. Grüner Wasserstoff mag in der Energieklasse noch eine Nische darstellen. Allerdings kann sich das Blatt schnell ändern“, betonte Dr. Moritz Schwencke, Mitgründer und Geschäftsführer von Eternal Power.
China dominiert globale Wasserstoff-Investitionen
Während die öffentliche Wahrnehmung von Wasserstoff seit der Energiekrise 2022 nachgelassen hat, zeichnen aktuelle Marktdaten ein anderes Bild: Die Branche erlebt einen massiven Aufschwung. Mehr als 101 Milliarden Euro sind weltweit in über 500 kommerzielle Wasserstoff-Projekte investiert – Tendenz steigend.
Die globale Produktionskapazität für sauberen Wasserstoff liegt aktuell bei 6 Millionen Tonnen, wovon 1 Million Tonnen bereits in Betrieb sind. Bis 2030 könnte die Kapazität laut Schwencke auf 9 bis 14 Millionen Tonnen anwachsen.
Diese Einschätzung bestätigt auch der „Global Hydrogen Compass 2025“ von McKinsey & Company, wonach die weltweiten Investitionen in sauberen Wasserstoff seit 2020 im Durchschnitt um über 50 Prozent pro Jahr wachsen.
Eternal Power mahnt, den Anschluss zu halten: „China führt auch in diesem Sektor mit rund 25 bis 30 Milliarden Euro an bis 2030 zugesagten Investitionen und 19 Gigawatt geplanter Elektrolyse‑Kapazität. Das ist mehr als die Hälfte der weltweit bis 2030 zugesagten erneuerbaren Wasserstoffkapazität“, sagte Schwencke mit Blick auf die Studie.
Deutschland im europäischen Spitzenfeld – aber auf Importe angewiesen
Europa stehe mit 17,5 Milliarden Euro Investitionsvolumen an dritter Stelle, wobei Deutschland eine zentrale Rolle spielt. „Noch hat Deutschland Chancen bei der geografischen Verteilung des Milliardenmarktes. Wir brauchen jedoch noch mehr Pionierprojekte“, mahnte Schwencke.
In Dummerstorf entwickelt das Hamburger Scale-up eine Pionieranlage mit bis zu 380 MW Elektrolysekapazität. Diese soll jährlich über 40.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Die Projekte des Unternehmens seien so konzipiert, dass sie sich in bestehende Hafen- und Industrieinfrastrukturen integrieren lassen. Dafür kooperiert Eternal Power mit Partnern aus Energieversorgung, Industrie, Chemie und Logistik.
Nachfrage konzentriert sich auf Raffinerien und Ammoniakproduktion
Weltweit sind 3,6 Millionen Tonnen jährliche Wasserstoff-Nachfrage durch verbindliche Verträge abgesichert. Das entspricht etwa 60 Prozent der bereits kommerziell gesicherten Produktionskapazität. 70 Prozent dieser Nachfrage konzentrieren sich auf Raffinerien und Ammoniakproduktion, insbesondere in der EU.
Die Bundesregierung prognostiziert einen Anstieg des Wasserstoffbedarfs von rund 55 Terawattstunden im Jahr 2023 auf etwa 95 bis 130 Terawattstunden bis 2030. Die EU könnte allein durch bestehende Politikinstrumente wie RED III und das Emissionshandelssystem bis 2030 eine Nachfrage von bis zu 5 Millionen Tonnen generieren.







