Die OGE hat zum neuen Jahr den Baubeginn der vier Erdgas- und Wasserstoffleitungen im Regierungsbezirk Münster bei den zuständigen Behörden angezeigt. Die Projekte sind Teil des Wasserstoff-Kernnetzes und sollen die klimaneutrale Industrieversorgung in Nordrhein-Westfalen sichern. Die ersten Maßnahmen werden durch ökologische und bodenkundliche Baubegleitung überwacht. Die Naturschutzbehörden wurden im Vorfeld informiert.
Ab Anfang Februar beginnen die bauvorbereitenden Maßnahmen. Der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) will dann Rohrlagerplätze errichten und Sonderbauwerke vorbereiten. Dazu gehört ein Microtunnel zur Unterquerung des FFH- und Naturschutzgebiets Wienbach. Zeitgleich startet der Um- und Neubau der Gasdruck-Regel- und Messanlage (GDRMA) Dorsten.
Die Hauptbaumaßnahmen sollen im März 2026 beginnen. OGE plant den Abschluss der Arbeiten im Regierungsbezirk Münster bis Ende des ersten Quartals 2027. Anschließend sollen Restarbeiten wie Flächenrekultivierung und Gehölznachpflanzungen folgen.
MaHei und HeiDo sichern Erdgasversorgung
Die Leitung MaHei umfasst eine circa 1,5 Kilometer lange Erdgasversorgungsleitung zwischen Marbeck und Heiden sowie eine GDRMA. Das Projekt dient der Umstellung von L-Gas auf H-Gas. Die Leitung ist für den künftigen Wasserstofftransport geeignet.
Die Erdgastransportleitung HeiDo verbindet Heiden mit Dorsten über eine Strecke von circa 17 Kilometern. Zusammen mit MaHei trägt sie zur Routen- und Quellendiversifizierung bei. Beide Leitungen sichern die Erdgasversorgung und sind H₂-ready.
DoHa und DoMa versorgen Industrie mit Wasserstoff
Die Wasserstoffleitung Dorsten-Hamborn (DoHa) verbindet den Knotenpunkt Dorsten mit Industrieabnehmern in Duisburg, darunter Thyssenkrupp. Die Leitung durchquert die Regierungsbezirke Münster und Düsseldorf. Sie soll ein zentraler Baustein für die klimaneutrale Stahlproduktion im Ruhrgebiet werden.
Die OGE baut die bestehende GDRMA Dorsten für die neue Leitung um und erweitert sie. An dem Projekt ist außerdem Thyssengas mit 30 Prozent beteiligt.
Die Dorsten-Marl (DoMa)-Pipeline verbindet die von Norden kommende Wasserstoffleitung Nummer 13 mit dem Chemiepark Marl. Die Leitung ermöglicht den Industriebetrieben vor Ort den Einstieg in die klimaneutrale Produktion. Der FNB hält 50 Prozent der Anteile an dem Vorhaben, Nowega die anderen 50 Prozent.
Teil der Initiative GET H2
Die DoHa und DoMa Leitungen gehören zur Initiative GET H2. Diese will mit ihren Vorhaben die Grundlage für eine Wasserstoffwirtschaft in Deutschland legen. Die Bundesnetzagentur bestätigte beide Leitungen im Oktober 2024 offiziell als Teil des Wasserstoff-Kernnetzes.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Projekte aufgrund eines Bundestagsbeschlusses. Zusätzlich unterstützt das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen die Vorhaben.










