Wasserstoff-Kernnetz: TotalEnergies reserviert Kapazitäten bei Ontras

Die Ontras Gastransport GmbH und die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland (TRM) haben einen Vertrag zur Kapazitätsreservierung im H2-Kernnetz unterzeichnet. Damit reserviert TRM Ausspeisekapazitäten aus dem Wasserstoff-Startnetz des Fernleitungsnetzbetreibers. Das Startnetz ist Teil des deutschlandweiten Kernnetzes.

von | 01.06.26

Ontras will insgesamt 600 Kilometer Leitungen für den Wasserstofftransport umsetzen.
© Ontras Gastransport GmbH
Wasserstoff-Kernnetz TotalEnergies reserviert Kapazitäten bei Ontras

Die Vereinbarung sieht vor, dass am Netzanschlusspunkt der Raffinerie ab 2030 bis zu 500 MWh H2 pro Stunde ausgespeist werden.

Der Wasserstoff soll unter anderem von einem Elektrolyseprojekt im emsländischen Lingen sowie von dem Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt stammen. Ontras hatte im April 2025 bereits 25 Kilometer ehemalige Erdgasleitung auf den Wasserstofftransport umgestellt und den Anschluss der Raffinerie an das eigene H2-Startnetz – und somit an das deutschlandweite H2-Kernnetz – realisiert.

Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen ist einer der wichtigsten Bausteine für die Dekarbonisierung unserer Raffinerieprozesse“, sagte Thomas Behrends, Geschäftsführer bei TRM.

H2-Startnetz bietet Infrastruktur in Mittel- und Ostdeutschland

Das H2-Startnetz von Ontras soll als Teil des deutschlandweiten Wasserstoffnetzes in Mittel- und Ostdeutschland Abnehmer mit Erzeugungs-, Import- und Speicherpunkten verbinden. Dafür will das Unternehmen 600 Kilometer Wasserstoff-Transportleitungen realisieren. Etwa 80 Prozent davon sollen durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen entstehen.

Ralph Bahke, Geschäftsführer Steuerung und Entwicklung bei dem Fernleitungsnetzbetreiber, erklärte, die Reservierung zeige, dass der industrielle Bedarf an Wasserstoff real und planbar sei. Diese Verbindlichkeit werde laut Bahke gebraucht, um das Kernnetz rasch und wirtschaftlich aufzubauen.

Zahlreiche Reservierungsanfragen seit März

Die Reservierung von Kapazitäten im deutschlandweiten Wasserstoffnetz ist seit dem 19. März möglich. Seitdem seien zahlreiche Reservierungsanfragen eingegangen, von denen ein Großteil bereits positiv mit der Vorlage eines Reservierungsangebots beantwortet wurde. Weitere Anfragen würden sich aktuell in der Prüfung befinden.

Mitte Mai wurden insgesamt 32 Anfragen für das Kernnetz verzeichnet. Dabei wurden Ein- und Ausspeisekapazitäten in Höhe von bis zu 2,9 GW und für den Clusterübergangstransport (CÜT) Kapazitäten in Höhe von bis zu 0,6 GW angefragt. Der früheste geplante Nutzungsbeginn sei 2027 (H2News berichtete).

 

(Quelle: Ontras Gastransport GmbH/2026)

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