Die rund 100 Kilometer Rohrleitungen kommen beim Neubau zweier Abschnitte der Ferngasleitung 702 (FGL 702) zum Einsatz. Die Trasse verbindet das Wasserstoff-Kernnetz Salzgitter in Niedersachsen mit Angersdorf in Sachsen-Anhalt. Konkret entstehen 67 Kilometer zwischen Salzgitter und Wefensleben im Landkreis Börde sowie 34 Kilometer zwischen Preußlitz bei Bernburg und Angersdorf bei Teutschenthal.
Die verwendeten Leitungsdimensionen sind DN 800 (ca. 80 cm Durchmesser) und DN 600 (ca. 60 cm Durchmesser). Die Lieferung der in europäischen Werken produzierten Rohrstücke beginnt ab 2027 sukzessive an die Baustellen entlang der Trasse.
Bei der FGL 702 handelt es sich ursprünglich um eine Erdgastrasse. Teile der bestehenden Leitung kann Ontras nach Prüfung durch unabhängige Sachverständige auf den Wasserstofftransport umrüsten.
Für beide Neubauabschnitte sollen die Planfeststellungsverfahren noch in diesem Jahr starten. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Baumaßnahmen ab 2027 beziehungsweise 2028 beginnen. Die H₂-Transportbereitschaft der gesamten FGL 702 und damit der kommerzielle Betrieb sind ab Dezember 2029 geplant.
Bestandteil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes
Ontras-Geschäftsführer Ralph Bahke bezeichnete den nun abgeschlossenen Vertrag als einen Schritt in Richtung der geplanten Fertigstellung der FGL 702 und betonte deren Schlüsselrolle im Kernnetz.
Die FGL 702 ist Teil des Ontras H2-Startnetzes. Das Leitungsnetz umfasst insgesamt rund 600 Kilometer Wasserstoffinfrastruktur für Mittel- und Ostdeutschland und ist Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes. Dieses hat die Bundesnetzagentur im Oktober 2024 genehmigt. Es umfasst eine Leitungslänge von 9.040 Kilometern – nur rund 40 Prozent davon werden neu errichtet. Die geplanten Investitionskosten für das gesamte Wasserstoff-Kernnetz belaufen sich auf 18,9 Milliarden Euro. Das Netz soll bis zum Zieljahr 2032 schrittweise in Betrieb gehen und verbindet Erzeugungszentren, Importpunkte sowie Speicher mit Abnehmern in Industrie und Kraftwerken.
Der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) betreibt bereits erste Teile des H2-Startnetzes. Am 8. April 2025 nahm das Unternehmen im Energiepark Bad Lauchstädt einen 25 Kilometer langen Leitungsabschnitt für den Wasserstofftransport in Betrieb. Die umgerüstete Ferngasleitung 701 verbindet den Energiepark mit der TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna. Die Leitung soll zugleich als Ausgangspunkt für den Anschluss weiterer Projekte fungieren – darunter das Vorhaben Green Octopus Mitteldeutschland in Richtung Magdeburg-Salzgitter sowie Verbindungen zum Mitteldeutschen Chemiedreieck und in die Region Leipzig-Halle.











