Mit über fünf Millionen Einwohnern und einer enormen industriellen Nachfrage verfügt das Ruhrgebiet über ideale Voraussetzungen für den Wasserstoffhochlauf. Die Hydrogen Metropole Ruhr nutzt diese Potenziale gezielt: Als Initiative der Business Metropole Ruhr GmbH – einer 100-prozentigen Tochter des Regionalverbands Ruhr (RVR) – verfügt sie über direkte Verbindungen zu allen 53 Städten und Gemeinden der Region. Damit ist sie optimal aufgestellt, um Wasserstoff-Akteure zu vernetzen, ihre Projekte zu begleiten und Lösungen sichtbar zu machen.
Die strategisch günstige Lage mit Anbindung an Hochseehäfen, Binnenwasserstraßen und internationale Pipelines positioniert das Ruhrgebiet als künftigen Wasserstoff-Hub Europas. Bereits heute arbeiten Fernleitungsnetzbetreiber wie Thyssengas und Open Grid Europe an der Umstellung bestehender Erdgasnetze auf Wasserstoff.
Mit der geplanten GET H2-Pipeline entsteht zudem eine direkte Verbindung von den Produktionsstandorten in Lingen ins Herz der Industrie. Das Ziel ist klar: Das Ruhrgebiet soll zur führenden Wasserstoffregion Europas werden.
Netzwerk mit Mehrwert
Die HyMR bietet Unternehmen konkrete Unterstützung beim Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft: Zugang zu relevanten Netzwerken aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, Hilfe bei der Identifikation von Fördermöglichkeiten und Projektpartnern sowie eine Plattform zur Sichtbarkeit innovativer Technologien.
„Unser Fokus liegt darauf, nicht nur Pilotprojekte zu fördern, sondern skalierbare Lösungen für die gesamte Industrie zu schaffen“, so Jörg Kemna, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH. Mit ihrer politischen Arbeit auf Landes- und Bundesebene setzt sich die Initiative zudem für günstige Rahmenbedingungen ein – denn Planungs- und Investitionssicherheit sind entscheidend für den erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet.
Konkrete Projekte statt Zukunftsvisionen
Der Wasserstoffhochlauf im Ruhrgebiet ist längst Realität: Thyssenkrupp Steel baut in Duisburg eine wasserstofffähige Direktreduktionsanlage für klimaneutralen Stahl. Evonik nutzt in Marl Wasserstoff für die Chemieproduktion, während BP in Gelsenkirchen Raffinerieprozesse dekarbonisiert. Air Liquide betreibt seit rund einem Jahr in Oberhausen einen 20-MW-Elektrolyseur, weitere Projekte mit insgesamt über 160 MW sind in Planung oder Bau.
Auch in der Forschung ist die Region weit vorne: Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen entwickelt neue Elektrolyseverfahren, das Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) in Duisburg arbeitet an industriellen Anwendungen. Der H2UB in Essen fungiert als Startup-Accelerator, während das geplante H2Solution Lab in Gelsenkirchen ab 2029 mittelständischen Unternehmen Testmöglichkeiten für Wasserstoffsysteme bis 1 MW bietet.
Im Mobilitätssektor setzen zahlreiche Kommunen ebenfalls auf Wasserstoff: Abfallsammelfahrzeuge in sieben Ruhrgebietsstädten, Wasserstoffbusse in Duisburg und Essen sowie eine wachsende Tankstelleninfrastruktur zeigen die praktische Umsetzung. Zudem soll der duisport als größter Binnenhafen der Welt künftig eine Schlüsselrolle beim Import und der Verteilung von Wasserstoff spielen.
Die Hydrogen Metropole Ruhr im H2-Marktspiegel











