Drees & Sommer hat am 10. Juni bekannt gegeben, dass es Thyssenkrupp Steel bei der Objekt- und Tragwerksplanung, Technischer Gebäudeausrüstung, Bauphysik und Infrastrukturplanung der DRI-Anlage in Duisburg unterstützt.
Die geplante Anlage hat eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen direktreduziertem Eisen pro Jahr. Zwei nachgeschaltete Einschmelzer verarbeiten das Produkt weiter. Im Vollbetrieb mit grünem Wasserstoff spart die Anlage nach Unternehmensangaben jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ ein. Die Stahlindustrie verursacht rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen in Deutschland.
Die Baufläche umfasst knapp 40 Fußballfelder unweit des Kraftwerks in Duisburg-Walsum. Neben der DRI-Anlage und den Einschmelzern entstehen über 60 Bauwerke und Anlagen: Funktionsgebäude, ein Büro- und Werkstattgebäude sowie eine neue Verkehrs- und Lagerinfrastruktur. Bund und Land Nordrhein-Westfalen fördern das Projekt mit zwei Milliarden Euro.
Bauarbeiten laufen bereits
Die Tiefbauarbeiten begannen Mitte 2024. Dafür hat der Konzern die Zulassung für einen vorzeitigen Baubeginn erhalten. Die Fundamente sind bereits fertiggestellt und mit Pfählen stabilisiert. Es wurden Baustraßen errichtet und Leitungen verlegt. Ein bis zu 80-köpfiges Planungsteam koordiniert dabei nach eigenen Angaben Hunderte aufeinander abgestimmte Planungs- und Bauschritte.
Erdgas als Übergangslösung
Die DRI-Anlage setzt auf die sogenannte Midrex Flex-Technologie. Diese ermöglicht den Betrieb mit variablen Anteilen von Erdgas und Wasserstoff.
Da grüner Wasserstoff derzeit teuer und nicht in ausreichenden Mengen verfügbar ist, will der Stahlkonzern die Anlage zunächst mit Erdgas betreiben. Allein damit lassen sich laut Thyssenkrupp Steel bereits über 50 Prozent der CO₂-Emissionen gegenüber dem Hochofenverfahren einsparen. Der Umstieg auf den Betrieb mit Wasserstoff setzt den Ausbau des deutschen Wasserstoffkernnetzes voraus. Für die Wasserstoffversorgung der DRI-Anlage ist auch eine neue Pipeline geplant. Die DoHa-Leitung ist eine 40 Kilometer lange Verbindung zwischen Dorsten und Duisburg-Hamborn, die 2027 in Betrieb gehen und Thyssenkrupp Steel an das regionale Wasserstoffnetz anschließen soll.
Für die Anlagenkombination ist ein erster Wasserstoffeinsatz für 2028 geplant, der Hochlauf auf Wasserstoff-Vollbetrieb soll 2029 abgeschlossen sein. Im Vollbetrieb werden rund 143.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr benötigt, was 5,6 Terawattstunden entspricht.







