Das Projekt H2CAST nutzt zwei bestehende Salzkavernen, die für die Speicherung von Wasserstoff umgerüstet wurden. Die Kavernen enthalten bereits rund 90 Tonnen Wasserstoff. Das gespeicherte Gas stammt von einer Produktionsanlage in Werlte, 90 Kilometer südlich des Speichers Etzel. Die Wasserstofflieferungen hat das Unternehmen Plug Power übernommen. Die nun angelieferten Komponenten bilden das Herzstück der Reinigungsanlage, die den gespeicherten Wasserstoff aufbereitet.
Die obertägige Anlage trocknet, reinigt und verdichtet den Wasserstoff mit verschiedenen Verfahren. Verschiedene Mess- und Regeltechnik überwachen die Qualität des Gases kontinuierlich. Die modulare Bauweise ermöglicht Tests unterschiedlicher Prozesse.
Die Inbetriebnahme der Wasserstoffreinigungsanlage ist für Frühjahr 2026 terminiert. Anschließend beginnt eine Testphase, deren Ergebnisse gegen Ende 2026 vorliegen sollen. Das Projekt untersucht die sichere und energieoptimierte Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen im Realbetrieb.
Erkenntnisse für großskalige Wasserstoffspeicherung
Das langfristige Ziel der Partner ist die Entwicklung und der Betrieb eines flexiblen Untergrundspeichers mit einer Gesamtkapazität von bis zu 1 TWh Wasserstoff. Der Standort Etzel dient bereits heute als Energie-Drehscheibe mit bestehender Anbindung an das europäische Erdgasnetz und liegt in direkter Nachbarschaft zu Deutschlands einzigem Tiefwasser-Hafen in Wilhelmshaven.
Das Projekt H2CAST soll Daten für die Auslegung großskaliger Wasserstoffspeicher liefern. Die Versuche in der Anlage in Etzel fokussieren sich auf die Energieeffizienz und Anlagenoptimierung. Die Ergebnisse sollen die Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur in Nordwesteuropa vorantreiben.
Das Land Niedersachsen und das Bundeswirtschaftsministerium fördern das deutsch-niederländische Verbundprojekt. Die Partner streben an, Wasserstoff als Energieträger in großem Maßstab verfügbar zu machen. Der Standort Etzel liegt in der Region, die sich als Wasserstoff-Hub positioniert.
Gasunie und Storag Etzel verantworten die Umsetzung in Etzel. Die beiden Unternehmen haben die Kavernen gemeinsam befüllt und errichten nun die oberirdischen Anlagen. Wilhelmshaven fungiert als Importstandort für Wasserstoff in Nordwestdeutschland.

Lieferung der Kernkomponenten für die H2CAST-Reinigungsanlage (© H2CAST Etzel)










