Die Marktteilnehmer haben im Wasserstoff-Kernnetz deutlich mehr Transportkapazitäten gebucht als noch im Frühjahr. Das geht aus dem dritten Marktinformationspaket der Kernnetzbetreiber hervor. Zum Stichtag 23. Juli lagen die zahlungspflichtig reservierten Ein- und Ausspeisekapazitäten bei knapp 6 GW. Gegenüber der letzten Veröffentlichung vom 13. Mai hat sich dieser Wert verdoppelt.
Auch beim sogenannten Clusterübergangstransport, der den Transport von Wasserstoff zwischen verschiedenen Netzclustern ermöglicht, zeigt sich reges Interesse: Hier haben Marktteilnehmer bereits 0,6 GW vertraglich gesichert. Weitere 0,5 GW befinden sich aktuell in Prüfung.
Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas, wertete die Zahlen als positives Zeichen: „Die hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten und die damit verbundene Zahlungsbereitschaft sind ein starkes Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“ Die breite Verteilung der Buchungen über das Kernnetz bestätige laut Fischer, dass der Netzausbau am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet ist.
Netzbetreiber lösen Engpässe mehrstufig auf
Übersteigt eine Anfrage das verfügbare Kapazitätsangebot einer Zone, greift ein Übernachfrageprozess. In einem ersten Schritt prüfen die Netzbetreiber Optimierungspotenzial innerhalb der jeweiligen Angebotszone. Reicht das nicht aus, untersuchen sie eine Reallokation zwischen benachbarten Zonen und Clustern.
Lässt sich der Bedarf auch dadurch nicht decken, kommen physische Maßnahmen zum Einsatz: Druckanpassungen bei Netzanschlusskunden oder zusätzliche Infrastruktur auf Basis des Netzentwicklungsplans. Bislang hat dieser Prozess in jedem Fall zu einem Reservierungsangebot geführt.
Die Netzbetreiber ermutigen Unternehmen der Wasserstoffwirtschaft ausdrücklich dazu, auch Bedarf über das aktuell ausgewiesene Angebot hinaus anzumelden. Solche Anfragen lieferten wichtige Informationen für den weiteren, bedarfsgerechten Netzausbau.
Marktinformation wird zum festen Format
Mit dem dritten Marktinformationspaket etablieren die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber ein regelmäßiges Veröffentlichungsformat. Künftig soll der Stand der Kapazitäten vierteljährlich aktualisiert werden. Ein Signal an die Wasserstoffwirtschaft, das Marktgeschehen laufend nachvollziehen zu können.
Die Reservierungsphase selbst läuft seit dem 19. März. Die entsprechenden Rahmenbedingungen hatten die Netzbetreiber im zweiten Marktinformationspaket vom 05. März festgelegt, einen ersten Zwischenstand im Mai veröffentlicht. Die Grundprinzipien der Reservierung gelten seitdem unverändert fort.










