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Weltgrößte LOHC-Anlage erhält Genehmigung

Das Unternehmen Hydrogenious LOHC hat die offizielle Bau- und Betriebsgenehmigung für die Hydrieranlage zur Speicherung von Wasserstoff erhalten. Die Anlage im Chempark Dormagen nutzt die LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier) mit Benzyltoluol als Trägermedium. Die Bezirksregierung Köln erteilte die Genehmigung nach § 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.

von | 30.04.25

Chempark Dormagen in Nordrhein-Westfalen
© www.sport-fotografie.de
Weltgrößte LOHC-Anlage erhält Genehmigung

Die Antragsunterlagen durchliefen seit Mai 2023 alle erforderlichen Prüfungsschritte, einschließlich öffentlicher Auslegung und Anhörung. Die nun erfolgte Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln bestätigt laut Hydrogenious die technische Reife der Technologie. Das Unternehmen setzt das Projekt „Hector” gemeinsam mit den Partnern Covestro Deutschland AG und Currenta GmbH & Co. OHG um.

Die Tochtergesellschaft LOHC Industrial Solutions NRW GmbH mit Sitz in Neuss übernimmt das Projektmanagement, den Bau und den späteren Betrieb der „Storage Plant”. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für Ende 2027 geplant. Dann soll die Anlage jährlich rund 1.800 Tonnen Wasserstoff in Benzyltoluol speichern können.

Dr.-Ing. Stefan Bürkle, COO von Hydrogenious LOHC Technologies, bezeichnet die Umsetzung der „weltweit ersten kommerziellen, lückenlosen LOHC-BT-Wertschöpfungskette” als „spannende Herausforderung”.

Weiterentwicklung der Technologie

Die Speicheranlage entsteht am Covestro-Standort im Chempark Dormagen. Die Covestro Deutschland AG ist seit 2019 Gesellschafter der Hydrogenious und plant die Versorgung der fertigen Anlage mit Wasserstoff. Den Energieträger will das Unternehmen in den eigenen Chlorelektrolyseanlagen produzieren und als RFNBO (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) qualifizieren lassen.

Das „Hector”-Projekt soll auch der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der LOHC-Technologie dienen. Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) unterstützt das Vorhaben mit Forschung zur Katalysatoroptimierung, Qualitätssicherung von Wasserstoff und LOHC sowie robusten industriellen Qualitätssicherungsprozessen.

Einbindung in europäische Wasserstofflieferkette

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt im Rahmen des Programms „progress.nrw” mit neun Millionen Euro. Davon fließen etwa zwei Millionen Euro in die wissenschaftliche Arbeit des HI ERN.

Nach der Inbetriebnahme ist es geplant, die „Hector”-Anlage mit dem IPCEI-Projekt „Green Hydrogen @ Blue Danube” zu verbinden.  Eine Dehydrieranlage (Release Plant) in der Region Ingolstadt soll industrielle Abnehmer in Südbayern mit dem gespeicherten Wasserstoff versorgen. Mit dem Dachprojekt „LOHC Link” will Hydrogenious eine resiliente grüne Wasserstofflieferkette auf Basis von LOHC-BT schaffen.

 

(Quelle: Hydrogenious LOHC Technologies/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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