HES betreibt ein Flüssiggutterminal im Hafen Wilhelmshaven. Das Unternehmen will nun prüfen, wie sich die bestehenden Anlagen umrüsten lassen, um den Import, die Lagerung und den Vertrieb von wasserstoffbeladenem LOHC-Träger zu ermöglichen.
North Atlantic plant, Wasserstoff aus erneuerbarer Windenergie in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador zu erzeugen. Von dort soll der Wasserstoff, gebunden an LOHC-Trägerstoffe, per Schiff nach Wilhelmshaven transportiert werden.
Der Hafen Wilhelmshaven verfügt über einen Tiefwasserzugang und eine etablierte Energieinfrastruktur. Beides sind Voraussetzungen für den Empfang großer Tankschiffe. Laut HES CEO ist Wilhelmshaven einer der strategisch bedeutendsten Energieknotenpunkte Europas.
Umsetzung noch offen
Das unterzeichnete MoU ist eine Absichtserklärung ohne bindende Umsetzungsverpflichtung. Konkrete Investitionsentscheidungen, Zeitpläne und technische Spezifikationen hat keines der beiden Unternehmen bisher veröffentlicht.
Das Projekt soll zur Dekarbonisierung der industriellen Energieversorgung in Deutschland beitragen. Der Betreiber des Terminals ordnet das Vorhaben in seine Konzernstrategie „Progress 2030“ ein, die auf die Umnutzung bestehender Terminal-Infrastruktur für neue Energieträger ausgerichtet ist.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Tonne betonte die Bedeutung des Projekts für den Wasserstoffhochlauf und die europäische Versorgungsresilienz. Er hob Wilhelmshaven als Energiedrehscheibe hervor.
Hintergrundinformationen
Neben LOHC soll grüner Wasserstoff auch per Ammoniak aus Kanada nach Wilhelmshaven transportiert werden. Dafür ist das kanadische Unternehmen World Energy GH2 2024 Mitglied des „Energy Hub“ im Hafen geworden. Der in Neufundland situierte Projektierer will perspektivisch bis zu 1,2 Millionen Tonnen grünes Ammoniak pro Jahr produzieren.
Warum „LOHC klare Vorteile für den Wasserstoff-Transport bietet”, hat Dr. Stefan Bürkle, COO Hydrogenious LOHC Technologies, im Interview erklärt.










