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Zittau: Forschungsanlage verknüpft Wasserstoff-Produktion mit Fernwärme

Mit einer innovativen Forschungsanlage untersucht das Fraunhofer IEG in Zittau, wie sich Abwärme aus der H2-Produktion für Fernwärmenetze nutzen lässt. Wie gestern bekannt wurde, liefert der britische Anlagenbauer IMI den PEM-Elektrolyseur für das Projekt. Die "Laboranlage Sektorengekoppelte Verwertung der PEM-Elektrolyseprodukte" (LA-SeVe) soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen.

von | 17.12.24

Fernwärme wird in speziellen Leitungen transportiert
© sornthanashatr - stock.adobe.com

Den VIVO-Elektrolyseur will IMI nach Meldung vom 17. Dezember in einem 12 Meter langen und 2,5 Meter breiten Containerraum auf dem Gelände der Stadtwerke installieren. Die hier erzeugte Abwärme gelangt über eine 105 kW starke Hochtemperatur-Wärmepumpe in das städtische Fernwärmenetz. Die Wärmepumpe erhält eine 25 Quadratmeter große Standfläche in einer bestehenden Halle, die genug Platz für Pufferspeicher, Pumpen und Regelungstechnik bieten soll.

Im Rahmen des Projekts wird die bei der PEM-Elektrolyse erzeugte Abwärme mit Hilfe einer Hochtemperatur-Wärmepumpe übertragen. Diese speist in das kommunale Fernwärmenetz der Stadtwerke Zittau ein, um die Wirtschaftlichkeit der Technologie zu untersuchen. Nach Herstellerangaben eigne sich der Elektrolyseur aufgrund seiner relativ kleinen, flexiblen und skalierbaren Ausgangsgröße ideal für das Projekt. Zudem habe IMI relativ schnell liefern können und biete Zugang zu Ersatzteilen.

IMI

IMI VIVO (© IMI)

„Natürlich konzentriert sich ein Großteil der Forschung im Zusammenhang mit Wasserstoff auf seine Möglichkeiten im Energiebereich“, erklärte Roby Buyung, Präsident der Prozessautomatisierung bei IMI. „Dieses Projekt befasst sich jedoch mit den potenziellen Nebenprodukten der Wasserstofferzeugung, insbesondere im Bereich der Fernwärme.“ Fernwärme sei „ein aussichtsreicher Kandidat für die Zukunft der Wärmeversorgung in Deutschland.“ Die Bundesregierung strebe derzeit den Anschluss von jährlich mehr als 100.000 Wohnungen an.

VIVO für Fernwärme

Ein besonderes Augenmerk der Forschung liegt auf der Optimierung verschiedener Betriebsweisen. Die Anlage kann wahlweise strom-, wärme- oder wasserstoffgeführt betrieben werden. Diese Flexibilität ist entscheidend für die spätere praktische Anwendung. Denn Elektrolyseure sollen künftig verschiedene Aufgaben in der Energieversorgung übernehmen. Die im Juli dieses Jahres erteilte Baugenehmigung der Stadt ermöglicht es dem Projektteam, in den vergangenen Jahren entwickelte Konzepte erstmals unter realen Bedingungen zu erproben.

Das Projekt „IntegrH2ate“ wird im Rahmen des Wasserstoff-Leitprojekts H2Giga  mit insgesamt 19 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. 4,2 Millionen Euro davon gehen an das IEG. Auch die Nutzung des anfallenden Sauerstoffs erforschen die IntegrH2ate-Partner.

Thomas Emmert von der Linde AG, Gesamtprojekt-Koordinator IntegrH2ate, betonte anlässlich der Baugenehmigung: „Wir werden nachweisen, dass die Auskopplung und die effektive Nutzung des Elektrolyseproduktes Wärme die Wirtschaftlichkeit der Elektrolyse verbessert.“ Dies könne mittelfristig die Umsetzung von Elektrolyseprojekten vorantreiben.

 

(Quelle IMI/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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