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Benzin aus grünem Methanol: Demo-Anlage liefert erstes E-Fuel

380.000 l E-Fuel will ein Team aus TU Bergakademie Freiberg, der Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH (CAC) und weiteren Partnern in vier Jahren herstellen. Das auf Methanol aus grünem Wasserstoff basierende Benzin entsteht in einer Demonstrationsanlage im sächsischen Freiberg. Nun wurden die ersten 15.000 l des synthetischen Benzins abgeholt.

von | 01.06.23

Projektleiter Prof. Martin Gräbner und Mitarbeiter an der Pilotanlage zum Dauertest für die Produktion von synthetischem Kraftstoff
Copyright: TU Bergakademie Freiberg / D. Müller |

01. Juni 2023 | 380.000 l E-Fuel will ein Team aus TU Bergakademie Freiberg, der Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH (CAC) und weiteren Partnern in vier Jahren herstellen. Das auf Methanol aus grünem Wasserstoff basierende Benzin wird in einer Demonstrationsanlage im sächsischen Freiberg gewonnen, wobei man erstmals den Dauerbetrieb der Anlage testet. Nun wurden die ersten 15.000 l des synthetischen Kraftstoffs ausgeliefert.

Mit der Produktion wollen die Projektpartner demonstrieren, wie im industriellen Maßstab synthetische Kraftstoffe entstehen können. Mithilfe einer effizienten Kohlenstoffkreislaufführung soll dabei eine CO2-Einsparung von bis zu 90 % möglich sein. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert das „DeCarTrans“ geannnte Projekt seit Januar 2023 mit 12,78 Mio. €. Der Name ist eine Abkürzung für das Vorhaben: „Demonstrating a Circular Carbon Economy in Transport along the Value Chain“.

Die hierbei verwendete Technologie stammt vom Chemieanlagenbauer CAC: Im patentierten Benzinsynthese-Prozess des sächsischen Unternehmens wird Methanol aus CO2 und grünem Wasserstoff gewonnen, um es im Anschluss zu E-Fuels zu verarbeiten. Die ersten 15.000 l des so erzeugtenTreibstoffs wurden am 25. Mai an der Demo-Anlage abgeholt.

Benzinsynthese im Dauereinsatz

Bis 2026 will man hier insgesamt 380.000 l Benzin produzieren. Den Kraftstoff sollen mit dem Projekt assoziierte Unternehmen erhalten, die ihn u.a. für Versuche an Kraftfahrzeugen nutzen.

Nach Angaben der TU Bergakademie Freiberg hat CAC die Versuchsanlage 2009 als bundesweit erste und größte ihrer Art auf dem Univeritätscampus errichtet. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte habe man die Technologie seitdem weiterentwickelt, patentiert und für die Großproduktion vorbereitet.

Im nun laufenden DeCarTrans-Verbundvorhaben wollen die Forscher und Ingenieure ihre Benzinsynthese erstmals im Dauereinsatz betreiben. .

Zusammenarbeit von Forschung und Industrie

„Nach dieser initialen Versuchsfahrt wird die an der TU Bergakademie Freiberg betriebene Benzinsynthese-Großversuchsanlage mit einer optimierten Produktaufbereitung ausgerüstet, die eine weitere Verbesserung der Benzinqualität ermöglicht“, erklärt Prof. Martin Gräbner, Projektleiter und Professor für Energieverfahrenstechnik

 

„Danach soll in weiteren mehrmonatigen Versuchskampagnen die Dauerbetriebsfähigkeit des Produktionsverfahrens bestätigt werden.“

Weiterhin würden die Forschenden an der TU Bergakademie Freiberg verschiedene Qualitäten des regenerativ hergestellten Methanols testen. Die benötigten Katalysatoren entwickelt die Freiberger Professur für Reaktionstechnik. Weitere Projektpartner sind die FEV Europe GmbH, die Hermann Lother & Co. Mineralölhandelsgesellschaft mbH, die Coryton Advanced Fuels Deutschland GmbH und das Forschungszentrum Jülich. Verschiedene Unternehmen aus den Automobil- und Mineralölbranchen unterstützen das Projekt als assoziierte Partner.

Gefördert wird DeCarTrans im Rahmen des Gesamtkonzepts Erneuerbare Kraftstoffe durch das BMDV. Die Förderrichtlinie koordiniert die NOW GmbH, während die Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH sowie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. sie umsetzen.

 

(Quelle. TU Bergakademie Freiberg/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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