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Forschende wollen Anträge für Wasserstofftankstellen vereinfachen

Antragsverfahren für den Bau von Wasserstofftankstellen gelten als unübersichtlich. Forschende des Smart Mobility Institutes der Hochschule Bremerhaven haben die Prozessabläufe analysiert und einen standardisierten Prozess sowie einen digitalen Demonstrator entwickelt, die künftigen Anwender:innen den Antrag vereinfachen sollen.

von | 04.07.23

v.l. Prof. Dr. Benjamin Wagner vom Berg, Prof. Dr. Miriam O'Shea
Daniela Schimrigk
Daniela Schimrigk

04. Juli 2023 | Antragsverfahren für den Bau von Wasserstofftankstellen gelten als unübersichtlich. Forschende des Smart Mobility Institutes der Hochschule Bremerhaven haben die Prozessabläufe analysiert und einen standardisierten Prozess sowie einen digitalen Demonstrator entwickelt, die künftigen Anwender:innen den Antrag vereinfachen sollen.

Der modellierte Standard-Prozess ist die Grundlage für einen digitalen Demonstrator, der als Entscheidungshilfe für Antragstellende und Behörden zur Auswahl eines Erlaubnis- oder Genehmigungsverfahrens dienen soll. Interessierte konnten während der Projektlaufzeit das Tool unter www.wasserstoffprozesse.de/demonstrator testen.

Weiterhin kann der entwickelte Soll-Prozess in informationstechnischen Verwaltungssystemen oder neuen Anwendungen z. B. für Antragstellender leicht umgesetzt werden, da Standardnotationen und -formate wie BPMN und XML genutzt wurden. Notationen umfassen Regeln und Symbole, die eine (grafische) Darstellungen von Geschäftsprozessen ermöglichen. Durch die weit verbreitete Nutzung soll eine Weiterverwendung der erzielten Ergebnisse vereinfacht werden.

Prozessmodelle bilden Antragsprozess ab

Um die Abläufe des Antragsverfahrens abzubilden, nutzen die Forschenden Prozessmodelle. Sie identifizieren die einzelnen Antragsschritte und stellen sie grafisch dar. So lasse sich herausfinden, ob das Verfahren vereinfacht und Standardisierungen für die Antragsprozesse geschaffen werden können. Dies soll sowohl Antragssteller:innen als auch Behörden die Arbeit erleichtern. Die Forschenden sprachen auch mit zuständigen Ämtern, Unternehmen und weiteren Einrichtungen, um herauszufinden, wie die Genehmigungsverfahren derzeit ablaufen.

Dabei war zu beachten, dass es keine einheitliche Vorgehensweise bei der Erlaubnis und Genehmigung von Wasserstofftankstellen gibt. Dadurch ist der aktuelle Genehmigungsprozess kaum verständlich in einem Ablaufmodell darstellbar:

„Aus den gesammelten Informationen haben wir aus diesem Grund eine abstrakte Darstellung in Form einer strategischen Prozesskette zu den grundsätzlichen Prozessabläufen und der zeitlichen Aufeinanderfolge der einzelnen Prozessschritte als Erstinformation für Antragstellende und Behörden erstellt. Diese liefert die Basis für einen standardisierten IST-Prozess für das Erlaubnisverfahren nach Betriebssicherheitsverordnung“, so Projektleiterin Prof. Dr. Miriam O’Shea.

Gesetze sollten angepasst werden

Student Arne Jaritz hat im Rahmen seiner Masterarbeit „Beschleunigung von Genehmigungsverfahren mittels der FAST-Analyse im Bereich der Klimaneutralität“ die Notwendigkeit einzelner Schritte des Antragsverfahrens hinterfragt und sich kritisch mit den aktuellen Gesetzesgrundlagen auseinandergesetzt.

Über eine sogenannte Function Analysis System Technique (FAST) und die Erstellung von Ursache-Wirkungsdiagrammen, die die chemischen Stoffeigenschaften von Wasserstoff und sicherheitsrelevante Aspekte beachten, hat er Wege zu einem IDEAL-Prozess als ideales Genehmigungsverfahrens aufgezeichnet.

„Grundsätzlich gilt: Wasserstoff kann bei Unfällen zu Schäden an der Umgebung führen und es können Gefahren für den Menschen entstehen, aber Wasserstoff ist als Element weder umwelt- noch gesundheitsgefährdend, wodurch insbesondere Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz hinsichtlich dieser Aspekte angepasst werden sollten.

 

Die Arbeit von Herrn Jaritz leistet insofern auch im Rahmen des übergeordneten Ziels, Verwaltungsverfahren für notwendige Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele zu vereinfachen, einen wichtigen Beitrag“ so Betreuerin der Masterarbeit Prof. Miriam O‘Shea.

Weitere Informationen zum Projekt
(Quelle: Hochschule Bremerhaven/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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