Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Grüner Wasserstoff aus Bergbauwässern

Der weltweite Wasserbedarf steigt durch eine immer intensivere Wassernutzung, gleichzeitig wird das nutzbare Wasserdargebot immer kleiner. Damit Wasser nicht zur Bremse für Schlüsselindustrien, die Energiewende und eine sichere Ernährung wird, arbeiten mehrere Forschergruppen des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS an Projekten, die heutige Probleme in der Wasser-, Agrar- und Energiewirtschaft im Komplex zu […]

von | 14.10.21

Der weltweite Wasserbedarf steigt durch eine immer intensivere Wassernutzung, gleichzeitig wird das nutzbare Wasserdargebot immer kleiner. Damit Wasser nicht zur Bremse für Schlüsselindustrien, die Energiewende und eine sichere Ernährung wird, arbeiten mehrere Forschergruppen des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS an Projekten, die heutige Probleme in der Wasser-, Agrar- und Energiewirtschaft im Komplex zu lösen versuchen. Ein Ziel ist es dabei, Abwasser als Ressource zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise neue Verwertungsmethoden für kommunale und Bergbauabwässer, die wichtige Rohstoffe für eine nachhaltige Landwirtschaft sowie den wachsenden Wasserstoffbedarf liefern können.

Aus Bergbauwässern wird Dünger und Wasserstoff

Sulfatbelastete Bergbauabwässer sind ein ernstes Problem: Sie bringen natürliche Ökosysteme aus dem Gleichgewicht und versäuern ganze Wasserkreisläufe. Doch auch diese Bergbau-Hinterlassenschaften können sich dank moderner elektrochemischer Verfahren von einer Last in eine Ressource verwandeln. Die dafür entwickelten IKTS-Anlagen leiten die Abwässer aus dem Bergbau direkt in eine Kaskade aus aufeinanderfolgenden elektrochemischen Flusszellen. Darin befinden sich Membranen sowie Elektroden. Liegt Strom an, reichern sich in einer Richtung die geladenen Sulfate immer weiter an. Danach ist es ein Leichtes, die Sulfate mit Stickstoff-Verbindungen zu hochwertigem Ammoniumsulfat-Dünger zu kombinieren. Als Nebenprodukt entsteht zudem Wasserstoff.  Derzeit testet das IKTS diese Reinigungs- und Veredelungsverfahren für Bergbauabwässer in Versuchsanlagen wie TERZINN und Rainitza. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Daher wollen die Forscher diese Methoden in Zukunft in einen größeren Maßstab übertragen.

 

 

(Fraunhofer IKTS)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Pilotanlage zur Sulfatabtrennung. Als Nebenprodukt entsteht Wasserstoff. (© Fraunhofer IKTS)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Im Interview mit dem Fachinformationsportal gwf Gas + Energie erklärt Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Désirée Schulte, wie das H₂-Netzwerk Ruhr e.V. den Wissenstransfer rund um Wasserstoff organisiert und welche Formate sich speziell an junge Menschen, insbesondere an Frauen und Mädchen, richten. Außerdem spricht sie über die Rolle der Kommunen beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Erwartungen der Mitglieder an die Politik und kommende Veranstaltungen im Jahr 2026.

mehr lesen
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März

Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes starten am 19. März um 13:00 Uhr einen koordinierten Kapazitätsreservierungsprozess. Ab diesem Zeitpunkt können Marktteilnehmer bei dem jeweils zuständigen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) erstmals Einspeise- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Kernnetz reservieren – für bis zu sieben Jahre im Voraus. Die Reservierungsanfragen können über ein standardisiertes Anfrageformular eingereicht werden. Die reservierbaren Kapazitäten sollen von rund 2.859 MWh/h Entry im Jahr 2026 auf über 15.000 MWh/h Entry bis 2030 wachsen.

mehr lesen
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling

Am 5. März hat Shell gemeinsam mit den Projektpartnern das Richtfest für den neuen 100-MW-Elektrolyseur in Wesseling gefeiert. Die Inbetriebnahme der Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland ist für das Jahr 2027 geplant. Dann soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 16.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren – abhängig von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien.

mehr lesen

H2 Talk

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Unsere Kunden sind Vorreiter“
„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt