Grünes Licht für Chemnitzer Wasserstoff-Technologiezentrum

Auf der Tagung des Nationalen Wasserstoffrat gab Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr (BMDV) den Startschuss für den Aufbau des nationalen Innovations- und Technologiezentrums für Wasserstofftechnologien (ITZ H2) an vier Standorten. Die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie kommt damit einen wichtigen Schritt voran. Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Er soll Erdöl zukünftig ersetzen und als flexibler Energieträger einen unverzichtbaren Beitrag für die deutsche Energiewende liefern und deutschen Unternehmen international neue Marktchancen eröffnen. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie strebt die Bundesregierung eine globale Vorreiterrolle Deutschlands an.

von | 30.05.22

30. Mai 2022 | Auf der Tagung des Nationalen Wasserstoffrat gab Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr (BMDV) den Startschuss für den Aufbau des nationalen Innovations- und Technologiezentrums für Wasserstofftechnologien (ITZ H2) an vier Standorten. Die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie kommt damit einen wichtigen Schritt voran. Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Er soll Erdöl zukünftig ersetzen und als flexibler Energieträger einen unverzichtbaren Beitrag für die deutsche Energiewende liefern und deutschen Unternehmen international neue Marktchancen eröffnen. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie strebt die Bundesregierung eine globale Vorreiterrolle Deutschlands an.

Ein Bündnis aus 25 Partnern hatte sich 2021 darum beworben, am traditionsreichen Industrie-Standort für Fahrzeug- und Eisenbahnbau Chemnitz das nationale Innovations- und Technologiezentrum für Wasserstofftechnologien (ITZ H2) aufzubauen. Das Hydrogen and Mobility Innovation Center (HIC) bringt Wirtschaft, Spitzenforschung, Politik, Verbände und Ausbildungsinitiativen unter der Koordination des Wasserstoff-Industriecluster HZwo zusammen. Im September 2021 gab die Bundesregierung bekannt, dass insgesamt vier Standorte am Aufbau des ITZ H2 beteiligt sein werden. So wird das HIC in Chemnitz zukünftig eng mit den Standorten Duisburg, Pfeffenhausen sowie dem norddeutschen Cluster mit den Städten Hamburg, Bremen/Bremerhaven und Stade zusammenarbeiten. Das Chemnitzer Wasserstoff-Technologiezentrum benötigt für die Umsetzung seiner Schwerpunkte bis 2027 insgesamt 125 Millionen Euro.

Pläne zur Finanzierung

Der am 19. Mai 2022 in Berlin vorgelegte Haushaltsbeschluss zur Klärung offener Fragen rund um den Bundeshaushalt 2022 konkretisiert die Finanzplanung für den Aufbau der ITZ-Standorte in Deutschland. Als sicher gilt, dass 72,5 Millionen Euro nach Chemnitz fließen sollen. Geplant ist, bleibende Finanzierungslücken mit Mitteln des Freistaates Sachsens, Investitionen von Unternehmen und eigenen Einnahmen zu schließen. Ab 2030 soll sich das HIC dauerhaft selbst tragen. Für die Industrieunternehmen bedeuten die Finanzmittel des Bundes Planungs- und Investitionssicherheit für ihre Aktivitäten am Standort Chemnitz.

„Unsere Mitglieder haben den Bedarf für ein Wasserstoff-Industriecluster bereits 2019 erkannt. Jetzt müssen Wasserstofftechnologien schnellstmöglich zur Marktreife entwickelt und verfügbar gemacht werden. Das HIC ist unser dringendstes Projekt. Daher warten wir nicht länger, sondern beauftragen nun die ersten Vorplanungen zum Bau der neuen Wasserstofflabore, Ausbildungslabor, Büros und Werkstätten. Dafür wird HZwo seit Anfang Mai 2022 mit 200.000 Euro vom Freistaat Sachsen unterstützt“, erläutert Karl Lötsch, Geschäftsführer des HZwo e. V. und HIC Bündnissprecher.

 

„Durch das beharrliche Nachfragen und Kämpfen für den hervorragenden Standort in Chemnitz, gibt es nun eine deutliche Erhöhung der Fördermittel um 12,5 Millionen Euro. Nun stehen jedem Standort 72,5 Mio. € bereit. Das ist ein Riesenerfolg für den Wasserstoffstandort Sachsen und für alle ITZ Standorte. Damit werden in Deutschland die notwendigen Grundlagen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung und Anwendung der Wasserstofftechnologie geschaffen. Chemnitz und die gesamte Region wird sicher davon profitieren“, sagt Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

 

Auch Sachsens Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow, zieht eine positive Zwischenbilanz:

„In der vergangenen Woche hat der Haushaltsausschuss des Bundestags mit seiner Entscheidung den Start für den Aufbau des Chemnitzer ITZ-Standorts eingeleitet. Dies ging damit einher, das Vorhaben auch finanziell zu stärken. Dies ist einerseits eine Wertschätzung des Bundes für die Kompetenzen des Chemnitzer H2-Standorts. Andererseits wird es die Innovationsfähigkeit der gesamten Region weiter stärken und den Aufbau einer neuen Innovationsplattform ermöglichen. Chemnitz wird sich zum Leuchtturm für nachhaltige H2-Technologien für mobile Anwendungen in den Bereichen des Personenkraftverkehrs und leichte Nutzfahrzeuge entwickeln – und das nicht zuletzt auch wegen der ansässigen Wissenschafts- und Forschungsakteure. Forschung schafft die Basis, um eine H2-gebundene Mobilität so zu entwickeln, dass sie umfassend verfügbar, zuverlässig und klimaneutral gestaltet ist. Die Voraussetzungen, das alles umzusetzen, sind für Chemnitz ab sofort gegeben.“

 

Das HIC

Auf der heutigen Tagung des Nationalen Wasserstoffrats stellte Bundesminister Dr. Volker Wissing die endgültigen Ergebnisse der beauftragten Machbarkeitsstudie zur Umsetzung des ITZ H2 vor. Darin bekommen die wichtigsten Prüfkriterien grünes Licht. Einer Umsetzung der ITZ-Standorte steht nun nichts mehr im Weg. Damit einher geht, dass die inhaltlichen Leitlinien, das Fördermodell, das Betreibermodell sowie die Finanzbedarfe klar und die Bedingungen der Beihilfekonformität erfüllt sind.

Des Weiteren konkretisiert die Machbarkeitsstudie die inhaltlichen Schwerpunkte der vier ITZ-Standorte. Das HIC in Chemnitz wird sich auf den Fahrzeugantriebsstrang, das Brennstoffzellensystem, den Brennstoffzellen-Stack sowie deren Einzelkomponenten für PKWs, leichte Nutzfahrzeuge und Schienenfahrzeuge konzentrieren. Die damit verbundenen Leistungen reichen von Forschung, Testung, Prüfung, Zertifizierung, Aus- und Weiterbildung bis hin zu mietbaren H2-Laboren und H2-Werkstätten für Startups, KMU, Entwickler, Zulieferer und Fahrzeughersteller. Die Schwerpunktsetzung nimmt damit die Stärken des Chemnitzer Standortes in den Fokus.

„Mit den Technischen Universitäten in Chemnitz und Dresden, den Fraunhofer-Instituten IWU und ENAS sowie den in der Region ansässigen Test- und Prüfdienstleistern verfügt das HIC über ein exzellentes Partnernetzwerk, deren Wasserstoffexpertise und Innovationskraft das HIC so einzigartig machen.“, erklärt Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Vorstandsvorsitzender des koordinierenden HZwo e. V. und Direktor des Instituts für Automobilforschung an der TU Chemnitz.

 

Chemnitz strebt Wasserstoff-Führung an

So wird das Wasserstoff-Technologiezentrum HIC zukünftig Zulieferern eine leistungsfähige Entwicklungs- und Testumgebung für Wasserstoffantriebe und Komponenten bieten. „Damit ist der ITZ-Standort Chemnitz mit dem HIC europaweit einzigartig und wird maßgeblich dazu beitragen, den weltweiten Zukunftsmarkt für Wasserstofftechnologien aus Deutschland heraus anzuführen“, erläutert Karl Lötsch, Geschäftsführer des HZwo e. V. und HIC Bündnissprecher.

Das Konzept und die konkreten Tätigkeiten und Dienstleitungen des HIC werden am 31.05.2022 zur FC³ Fuel Cell Conference Chemnitz vorgestellt. Die Veranstaltung des HZwo e. V.  und des Fraunhofer IWU in Chemnitz ist eine der größten Fachkonferenzen für Wasserstoffantriebe.

 

(HZwo e.V./2022)

 

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Riesige Stoffbanner auf dem künftigen Gelände des Wasserstoff-Zentrums verkünden die Botschaft: Chemnitz ist #Ready4Wasserstoff (Quelle: HZwo e. V. / Thomas Höppner (VideoVision))

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