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Salzwasser anstatt Trinkwasser für die Elektrolyse

Salzwasser statt Trinkwasser: Gemeinsam mit internationalen Kollegen hat Prof. Dr. Peter Strasser, Leiter des Fachgebiets Technische Chemie an der TU Berlin, eine Studie über die Möglichkeiten und technischen Herausforderungen der Elektrolyse von Salzwasser in der Fachzeitschrift Nature Energy veröffentlicht. Der heutige Stand der Technik erfordert für diese Art der Elektrolyse Wasser in Trinkwasserqualität – ein […]

von | 05.10.20

© Pexels
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Salzwasser statt Trinkwasser: Gemeinsam mit internationalen Kollegen hat Prof. Dr. Peter Strasser, Leiter des Fachgebiets Technische Chemie an der TU Berlin, eine Studie über die Möglichkeiten und technischen Herausforderungen der Elektrolyse von Salzwasser in der Fachzeitschrift Nature Energy veröffentlicht. Der heutige Stand der Technik erfordert für diese Art der Elektrolyse Wasser in Trinkwasserqualität – ein immer teureres und knappes Gut.

Wasserstoff, gewonnen aus der solarbetriebenen Elektrolyse von Wasser, bietet sich als CO2-neutrale sowie speicher- und transportierbare Energiequelle gerade für trockene, wasserarme Gegenden der Welt an. Das für die Elektrolyse benötigte Wasser in Trinkwasserqualität ist allerdings eine weltweit kostbare Ressource. Gerade trockene Gegenden, die potenziell über ausreichend Solarenergie verfügen, liegen oft in der Nähe von Ozeanen, leiden aber in der Regel unter einem Mangel an Frischwasser. Die Aufreinigung von Salzwasser wiederum ist ein kosten- und CO2-intensiver Prozess, womit das Verfahren unwirtschaftlich und vor allem auch nicht mehr klimaneutral ist.

Salzwasser ohne Zwischenschritt für Elektrolyse verwenden

„Um den Einsatz von Solar- und Wasserstofftechnologie gerade in diesen Regionen zu ermöglichen, versuchen Forscher weltweit eine Elektrolyse-Technologie zu entwickeln, die in der Lage ist, Salzwasser unmittelbar in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, ohne einen vorherigen Entsalzungsschritt“, weiß Peter Strasser, dessen eigenes Forschungsteam an der TU Berlin sich intensiv mit unterschiedlichen Verfahren und Katalysatoren für die Wasserstoff-Elektrolyse beschäftigt. „Der so gewonnene Wasserstoff könnte anschließend direkt in Form von Flüssigwasserstoff, aber auch nach weiterer lokaler Umwandlung in synthetisches Flüssigmethan oder synthetisches Benzin auf Schiffen oder in Rohrleitungen in die ganze Welt transportiert werden und damit die Umstellung auf eine wasserstoffbasierte Energieinfrastruktur erleichtern“, so der Wissenschaftler.

Neue Herausforderungen für Salzwasser-Elektrolyse

Peter Strasser und seinen Kollegen der National University of Ireland Galway und der University of Liverpool analysierten sämtliche internationale Veröffentlichungen, die über eine erfolgreiche Elektrolyse von Salzwasser berichten. Damit gelang es ihnen, die wichtigsten Herausforderungen aufzudecken, die bewältigt werden müssen, um diese zukünftige Form der Elektrolyse konkurrenzfähig zu machen.

„Nach unserer Analyse müsste sich künftige Forschung zum einen auf die Verwendung von neuartigen Katalysatormaterialien, aber auch geeigneter Membrane konzentrieren. Die üblicherweise in der Elektrolyse verwendeten Membrane sind häufig nicht in der Lage, die Salzverunreinigungen des Wassers zu blockieren“, so der Chemiker.

Ein potenziell interessanter Ansatz ist dabei unter anderem die Verwendung von Membranen, die den Membranen in bestimmten Pflanzen wie Mangrovenwurzeln nachempfunden sind. Diese Pflanzenmembrane können Meerwasser filtern. Bei einem Einsatz ähnlicher Membrane in der technischen Elektrolyse könnte die Salzkonzentration auf der Oberfläche der katalytischen Elektroden verringert und Membranverschmutzungen reduziert werden.

Selektive Katalysatoren und spezielle Membrantechnologie

„Im Rahmen unserer Studie haben wir gezeigt, dass die Entwicklung neuer selektiver Katalysatoren und spezieller Membrantechnologie wichtige Schritte hin zu einer Hochleistungs-Salzwasser-Elektrolyse sind und zukünftig stärker beforscht werden sollten“, so Peter Strasser. „Die Verwendung von Frischwasser zur Erzeugung von Wasserstoff in großen Mengen wird nach unserer Ansicht auf Dauer keine praktikable Option bleiben, vor allem nicht in den ariden Gebieten, in denen der größte Teil des billigen Solarstroms erzeugt wird“, summiert der Wissenschaftler.

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