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AEM-Elektrolyse der TU Berlin reduziert Produktionskosten für grünen Wasserstoff

Nach der erfolgreichen Demonstration einer innovativen alkalischen Elektrolyse wurde Prof. Dr. Peter Strasser, Leiter des Fachgebiets Elektrochemie und Elektrokatalyse, mit seinem Team und Kolleg:innen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem „f-cell“ Award in der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ gewürdigt.

von | 28.10.22

Peter Strasser (l.), und Jorge V. Ferreira am Differentiellen Elektrochemischen Massenspektrometer (DEMS). Mit ihm werden chemische Reaktionsmechanismen aufgeklärt und das Verhalten von Katalysatormaterialien vorhergesagt. Jorge V. Ferreira hat DEMS konstruiert
© TU Berlin

28. Oktober 2022 | Nach der erfolgreichen Demonstration einer innovativen alkalischen Elektrolyse wurde Prof. Dr. Peter Strasser, Leiter des Fachgebiets Elektrochemie und Elektrokatalyse, mit seinem Team und Kolleg:innen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem „f-cell“ Award in der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ gewürdigt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am durch Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen der „hy-fcell-Konferenz“ in Stuttgart überreicht.

Preiswerte Elektrolyseure ohne Iridium

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen alle Wirtschaftssektoren dekarbonisiert werden. Sektoren wie die Stahlindustrie benötigen dafür enorme Mengen grünen Wasserstoffs. Die  alkalische Elektrolyse mit Membran (AEM) verspricht die Vorteile gängiger Elektrolyse-Technologien zu kombinieren: günstige Materialien der „alkalischen Elektrolyse“ mit Kompaktheit und Dynamik der Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM)-Elektrolyse.

Bislang konnte die AEM-Elektrolyse mit den etablierten Technologien hinsichtlich Effizienz und Lebensdauer jedoch nicht mithalten.

Dem Team gelang, was nur wenige Forschungsgruppen weltweit geschafft haben: innerhalb des vom BMBF  geförderten Vorhabens „AEMready“ Elektrolysezellen zu entwickeln, die die Effizienz herkömmlicher Elektrolyseuren aufweisen und dabei auf den äußerst raren und kostenintensiven Iridium-Katalysator zugunsten eines an der TU Berlin entwickelten Nickel-basierten Katalysators verzichten.

Entscheidend ist dabei, dass diese Elektrolysezellen erstmals ausschließlich mit skalierbaren Prozessen hergestellt wurden. Damit haben sie den Weg in die Massenproduktion geebnet. Dank des edelmetallfreien Katalysators hat diese Elektrolyseurtechnologie das Potential, die Kosten für grünen Wasserstoff drastisch zu senken.

Über Prof. Dr. Peter Strasser

Prof. Dr. Peter Strasser studierte Chemie in Tübingen, Stanford und Pisa. Als Student der FU Berlin promovierte er beim Nobelpreisträger Gerhard Ertl am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft. Danach arbeitete er bei einem Katalysator-Start-up im „Silicon Valley“ in den USA und forschte als Assistant Professor an der University of Houston (Texas).

Im Jahr 2007 wurde er zum Professor für Elektrochemie und Elektrokatalyse an die Technische Universität Berlin berufen. Peter Strasser ist Gastprofessor an der Tongji University in China und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Faraday Medaille der Royal Society of Chemistry und die Otto-Hahn-Forschungsmedaille der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 2018 ist er auf der renommierten Liste der weltweit am häufigsten zitierten Wissenschaftler (Web of Science).

(TU Berlin/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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