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Studie: Enormes Potenzial zur CO2-Einsparung im Wärmemarkt

Die im Auftrag des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) von Frontier Economics durchgeführte Studie „Wasserstoff zur Dekarbonisierung des Wärmemarkts“ belegt, dass die Nutzung von Wasserstoff insbesondere im Wärmesektor entscheidend dazu beitragen kann, CO2 zu reduzieren. „Auch im Wärmemarkt sind neben sogenannten ‘grünen Elektronen’ die ‘grünen Moleküle’ zwingend erforderlich, um die anstehenden Klimaschutzziele realistisch […]

von | 30.06.21

Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

Die im Auftrag des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) von Frontier Economics durchgeführte Studie „Wasserstoff zur Dekarbonisierung des Wärmemarkts“ belegt, dass die Nutzung von Wasserstoff insbesondere im Wärmesektor entscheidend dazu beitragen kann, CO2 zu reduzieren. „Auch im Wärmemarkt sind neben sogenannten ‘grünen Elektronen’ die ‘grünen Moleküle’ zwingend erforderlich, um die anstehenden Klimaschutzziele realistisch und zu vertretbaren Kosten zu erreichen“, so Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW.

Die Studie vergleicht die sogenannten CO2-Vermeidungskosten in den Bereichen Verkehr, Wärme und Industrie – also die Kosten, die jeweils für die Vermeidung einer Tonne CO2 anfallen. Die Berechnungen zeigen: Würde die in der Nationalen Wasserstoffstrategie vorgesehen Menge von Wasserstoff (14 Terawattstunden bis 2030) ausschließlich in einem Sektor zum Einsatz kommen, lägen die CO2-Vermeidungskosten zwischen 0,4 Milliarden Euro (Fallbeispiel Ammoniakerzeugung) und 4,9 Mrd. Euro (Fallbeispiel Verkehr). Der Wärmesektor befindet sich im mittleren Bereich, vergleichbar mit der Stahlproduktion, und bietet somit reelle Chancen für einen kosteneffizienten Klimaschutz. Durch perspektivisch sinkende Wasserstoffpreise können die Vermeidungskosten im Wärmesektor zudem schnell sinken.

Gefahr das Stromsystem zu überlasten

Insbesondere im Hinblick auf die saisonal bedingten Schwankungen des Energiebedarfs können Wasserstofftechnologien entscheidend zur Wärmewende beitragen. Denn setzt man nur auf strombasierte Lösungen, wie Wärmepumpen, wird es zu einer Überlastung des Stromsystems kommen. Über das Jahr gesehen, ist die Wärmepumpe zwar insgesamt effizienter, verursacht aber deutlich höhere Gesamtsystemkosten. Denn eine signifikante Elektrifizierung des Wärmesektors würde schon im Jahr 2030 zu einem zusätzlichen Bedarf an gesicherter Leistung im Umfang von 7 bis 40 Gigawatt (GW) führen. Unter Berücksichtigung des Kohleausstiegs müssten zusätzliche Back-up-Kapazitäten von 25 bis 58 GW aufgebaut und die Kosten ursachergerecht umgelegt werden. DVGW-Chef Linke resumiert: „Der gleiche Klimaschutz zu niedrigeren Kosten wäre mit der direkten Nutzung von Wasserstoff erreichbar. Deshalb muss klar sein: Wasserstoff darf nicht vom Wärmesektor ausgeschlossen werden.“

Ziel der Studie war es, die mögliche Rolle von erneuerbarem, grünem Wasserstoff im Wärmesektor vor dem Hintergrund einer nicht hinreichenden Berücksichtigung des Potenzials grüner Gase – und insbesondere von Wasserstoff im Wärmesektor – in der politischen Debatte zu untersuchen. Dies ist notwendig, da das Potenzial grüner Gase sektorenübergreifend dazu beitragen wird, globale Treibhausgasemissionen, wie im internationalen Klimaabkommen von Paris vereinbart, zu senken.

 

(Quelle: DVGW)

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