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Wasserstoff aus der Brennerei: Schottische Forscher nutzen Whiskey-Abwasser zur H2-Produktion

Forschende der Heriot-Watt University im schottischen Edinburgh haben herausgefunden, wie Abwasser aus der Whiskey-Produktion zur Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt werden kann. Das Potenzial liegt bei bis zu 1 Mrd. l pro Jahr.

von | 09.01.24

Dr. Sudhagar Pitchaimuthu (l.) und sein Doktorand Michael Walsh mit aufbereitetem Brennerei-Abwasser
© Herriot-Watt University
Abwasser Whiskey

09. Januar 2024 | Forschende der Heriot-Watt University im schottischen Edinburgh haben herausgefunden, wie Abwasser aus der Whiskey-Produktion zur Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt werden kann. Das Potenzial liege bei bis zu 1 Mrd. l pro Jahr.

Abwasser aus Whiskey-Brennereien lässt sich zur Wasserstoffporduktion nutzen: Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Sudhagar Pitchaimuthu laut einer im Fachjorunal Sustainable Energy & Fuels der britischen Royal Society of Chemistry veröffentlichten Studie. Demnach liege der Schlüssel zur Aufbereitung des Brennereiabwassers in einem nanoskaligen Material, das zu den Nickelseleniden gehört.

Den Forschern zufolge lässt sich das mit den Nanopartikeln aufbereitete Abwasser genauso gut oder sogar besser zur Produktion von grünem Wasserstoff nutzen als Frischwasser. Das Potenzial sei hoch: Laut Dr. Pitchaimuthu verbraucht die Produktion von einem Kilo grünem Wasserstoff rund 9 l Frischwasser. Gleichzeitig fielen bei der Produktion eines Liters Malt Whisky ca. 10 l Abwasser an.

Bislang nutzen Elektrolyseure vor allem destilliertes Frischwasser. Der globale Bedarf liegt nach Angaben der Wissenschaftler derzeit bei rund 20,5 Mrd. l pro Jahr. Mit dem neuen Verfahren könnten bis zu eine Mrd. l Abwasser, die jährlich in der Brennereiindustrie anfallen, für die Wasserstoffproduktion aufbereitet werden.

Abhängigkeit von Frischwasser reduzieren

Dr. Sudhagar Pitchaimuthu wies darauf hin, dass Elektrolyseure aufgrund ihrer empfindlichen Komponenten üblicherweise nicht mit Abwasser arbeiten könnten. Durch eine entsprechende Aufbereitung gebe es hier großes Potenzial, die Abhängigkeit von Trink- bzw. Frischwasser zu verringern. Weltweit forschen Chemiker:innen bereits an entsprechenden Verfahren, in Deutschland etwa das Projekt HyTech der FH Münster.

Abwasser

Nach der Reinigung durch Nickelselenid kann das Abwasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden (© Sustainable Energy & Fuels)

Als nächstes wollen die Wissenschaftler dem Wasserstoffportal H2View zufolge einen neuen Elektrolyseur-Typ entwickeln. Ferner werde man die Produktion der neuartigen Nickelselenid-Nanopartikeln ausweiten und die Analyse von Brennerei-Abwässern weiter vorantreiben. Die Hoffnung: Neben Wasserstoff und Sauerstoff könnten sich weitere Stoffe daraus gewonnen lassen.

Die Forschung der schottischen WIssenschaftler fand in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Chemietechnik der Universität Bath sowie dem Scotch Whisky Research Institute statt. Finanziert wurde sie von der School of Engineering and Physical Sciences der Heriot-Watt University of Edinburgh.

(Quellen: Sustainable Energy & Fuels/H2View/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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