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Appell an Bundesregierung: Ruhrgebiet soll „Wasserstoff-Modellregion“ Deutschlands werden

Das Ruhrgebiet soll "nationale Modellregion für Wasserstoff" werden: Diese Forderung richten BP Europa, Open Grid Europe, RWE, thyssenkrupp, Thyssengas und Vonovia mit der Initiative Hydrogen Metropole Ruhr (HyMR) an die Bundesregierung. Sie ist Teil eines Positionspapiers, das Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann und Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär und Abteilungsleiter Wirtschafts-, Finanz- und Klimapolitik im Bundeskanzleramt, bei einer Konferenz in Berlin übergeben wurde.

von | 20.06.23

(v.l.n.r.): Gerrit Riemer (thyssenkrupp Steel Europe AG), Karola Geiß-Netthöfel (RVR), Prof. Dr. Hans-Peter Noll (RVR), Dr. Marco Buschmann (Bundesjustizminister), Dr. Jörg Kukies (Staatssekretär im Bundeskanzleramt), Dr. Thomas Gößmann (Thyssengas GmbH), Patrick Wendeler (BP Europa SE), Prof. Dr. Julia Frohne (BMR), Dr. Thomas Hüwener (OGE GmbH)
Hydrogen Metropole Ruhr
Hydrogen Metropole Ruhr

20. Juni 2023 | Das Ruhrgebiet soll „nationale Modellregion für Wasserstoff“ werden: Diese Forderung richten BP Europa, Open Grid Europe, RWE, thyssenkrupp, Thyssengas und Vonovia mit der Initiative Hydrogen Metropole Ruhr (HyMR) an die Bundesregierung. Sie ist Teil eines Positionspapiers, das dem Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann und Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär und Abteilungsleiter Wirtschafts-, Finanz- und Klimapolitik im Bundeskanzleramt, bei einer Konferenz in Berlin übergeben wurde.

Die Übergabe des Positionspapiers fand am 13. Juni im Rahmen der Wasserstoffkonferenz newHcon in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund statt. Dort diskutierten über 100 Gäste aus Bundes- und Landespolitik, Industrie und Mittelstand sowie Forschung und Wissenschaft, welche politischen Entscheidungen für einen schnellen Hochlauf der nationalen Wasserstoffwirtschaft nötig sind und welchen Beitrag das Ruhrgebiet als Wasserstoff-Modellregion leisten kann. An der von der HyMR organisierten Veranstaltung nahmen unter anderem NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sowie die Bundestagsabgeordneten Jens Spahn und Andreas Rimkus teil.

Unternehmen aus dem Ruhrgebiet und HyMR – eine Wasserstoffinitiative von Regionalverband Ruhr (RVR) und Business Metropole Ruhr (BMR) – unterzeichneten dabei ein Memorandum of Understanding. Hier erklären sie, beim zügigen Aufbau einer Wasserstoff-Modellregion im Ruhrgebiet zusammenzuarbeiten.

Minister Buschmann zeigte sich angesichts der Forderungen zuversichtlich: „Das Ruhrgebiet war das Silicon Valley des 19. Jahrhunderts. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass die Region nun das Hydrogen Valley des 21. Jahrhunderts wird.“

Gründe für die Metropole Ruhr

Für das Ruhrgebiet als Wasserstoff-Modellregion sprechen aus Sicht der Ruhr-Konzerne und der HyMR mehrere Gründe. Vor allem das große CO2-Einsparpotenzial heben sie hervor: Bis 2050 kann nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) der entschiedene Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet bis zu 25,5 Mio. t CO2 pro Jahr einsparen. Allein bei thyssenkrupp Steel in Duisburg entstehen laut Konzernangaben 2,5 % aller deutschen CO2-Emissionen

Zudem biete die Einführung von Wasserstofftoechnologien hohe Beschäftigungspotenziale in der „Energieregion“ Ruhr: Experten der EE Energy Engineers rechnen mit 40.000 neuen und hochwertigen Arbeitsplätzen in der Wasserstoffwirtschaft für die Metropole Ruhr.

Ende 2020 zeigte eine weitere Studie des IW, dass die Metropole Ruhr die deutschlandweit besten Bedingungen für den Aufbau eines Wasserstoffmarktes biete. Im ersten nationalen Wasserstoff-Ranking belegte das Ruhrgebiet nach Angaben der HyMR mit industriellem Know-how, bereits bestehender Gas- und Wasserstoffinfrastruktur sowie dichter Forschungslandschaft den ersten Platz.

Download des Positionspapiers

Diskussion über politische Weichenstellungen

„Die Metropole Ruhr will Deutschlands Modellregion für Wasserstoff werden. Dieses ambitionierte Ziel bedarf eines starken Bündnisses aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Gesellschaft“, sagte RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel.

Durch die in der Region gemachten Erfahrungen, etwa in den Sektoren Industrie und Verkehr, könne der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in ganz Deutschland an Tempo gewinnen.

„Wir brauchen Geschwindigkeit beim Ausbau von Kapazitäten und Netzinfrastruktur, damit aus Wasserstoff möglichst schnell Commodity wird“, so Dr. Arnd Köfler, CTO von thyssenkrupp Steel Europe und Mitglied des nationalen Wasserstoffrats. BMR-Geschäftsführerin Prof. Dr. Julia Frohne ergänzte: „Nur so kann unsere Industrie die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb bestehen.“

Weitere Informationen zur Initiative Hydrogen Metropole Ruhr
(Quelle: Hydrogen Metropole Ruhr/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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