Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

„Die Gaswirtschaft wird zur Wasserstoffwirtschaft“: Führende Fachverbände übergeben Transformationsplan

Führende Verbände der Gas- und Energiewirtschaft haben einen „Transformationspfad für die Neuen Gase" entworfen. Bei einem Termin im Bundeswirtschaftsministerium überreichten die Vorstände von BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. und Zukunft Gas e. V. den Plan an Staatssekretär Stefan Wenzel

von | 07.09.23

v.l.n.r.: Am 30. August im BMWK: Dr. Kirsten Westphal, BDEW, Parlamentarischer Staatssekretär Stefan Wenzel, Dr. Timm Kehler, Zukunft Gas, Prof. Dr. Gerald Linke, DVGW
© Zukunft Gas
Transformationspfad Neue Gase

07. September 2023 | Führende Verbände der Gas- und Energiewirtschaft haben einen „Transformationspfad für die Neuen Gase“ entworfen. Bei einem Termin im Bundeswirtschaftsministerium überreichten die Vorstände von BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. und Zukunft Gas e. V.  den Plan an Staatssekretär Stefan Wenzel.

Die Verbandsvertreter betonten bei der Übergabe am 30. August, dass sich die Gasbranche weiter in Richtung Wasserstoffwirtschaft entwickeln werde. Die deutsche Gaswirtschaft stehe hinter den nationalen und europäischen Klimaschutzzielen und werde ihren Beitrag zur Zielerreichung leisten.

Stefan Wenzel, parlamentarischer Staatssekretär im BMWK, versichtere, dass man die Vorschläge dort nun „sorgfältig prüfen“ werde:

„Die Transformation der Gasbranche ist für die Erreichung der Klimaziele unerlässlich. Insofern freut es mich sehr, dass sich die Verbände mit diesem Prozess und einem breiten Stakeholderdialog auf den Weg machen. Nur mit einem gemeinsamen Verständnis kann die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft gelingen“, erklärt Stefan Wenzel.

DVGW betont Umstellung der Gasnetze auf Wasserstoff

Entscheidend für die Energiewende ist für Prof. Dr. Gerald Linke, den Vorstandsvorsitzenden des DVGW, die Gasnetzinfrastruktur:

„Die Kernaufgabe der nächsten Jahre wird die Umstellung von bestehenden Infrastrukturen auf die Versorgung mit Wasserstoff und weiteren neuen Gasen sein. Das Gasnetz steckt in den Startlöchern, um neue Gase als Beimischung oder zu 100 % zu den Anwendungen in Industrie und Wärme zu transportieren.

 

Damit der Zielsprint aber nicht zum Hindernislauf wird, müssen die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden. Für Wasserstoffnetze in der Wärmeversorgung etwa dürfen keine abweichenden Planungsvorgaben gelten als für andere Wärmenetze.“

Zukunft Gas ruft zu Schulterschluss aller Akteure auf

Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas e. V., betonte, dass die Gaswirtschaft zwar die Ambition habe, den Umbau des Gassystems „technisch und unternehmerisch umzusetzen“. Diese Transformation könne sie indes nicht allein planen und umsetzen, vielmehr sei diese das Ergebnis eines engen Austauschs mit allen relevanten Akteuren:

„Als Gas- und Wasserstoffwirtschaft stehen wir Politik, Kunden und Gesellschaft als kompetenter und starker Partner mit Know-how, internationalem Netzwerk und Gestaltungswillen für die Erreichung der Klimaziele zur Seite.

 

Mit dem Transformationspfad der Branche unterstreichen wir unsere Offenheit für einen Dialog und leisten einen Beitrag zur Mammutaufgabe, vor der wir als Gesellschaft stehen. Dabei gilt: Die Gaswirtschaft wird zur Wasserstoffwirtschaft und stärkt so die Resilienz der Energiewende.”

BDEW fordert notwendigen rechtlichen Rahmen

Dr. Kirsten Westphal, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim BDEW, appellierte an den Gesetzgeber. Biogas, Wasserstoff, Wasserstoff-Derivate & Co. besäßen „zentrale Stärken für die Energieversorgung“:

„Sie sind vielseitig einsetzbar, gut speicherbar und damit jederzeit nutzbar. Diesen Baustein brauchen wir auf dem Weg zur Klimaneutralität. Im Zusammenspiel mit der erneuerbaren Stromerzeugung können wir so ein integratives und resilientes klimaneutrales Energiesystem schaffen.“

Indes bedürfe es eines „entsprechenden rechtlichen und regulatorischen Rahmen“, um dieses Energiesystem schaffen zu können. Das BMWK hat also die ein oder andere Hausaufgabe zu erfüllen.

Zum vollständigen Transformationsplan

(Quelle: Transformationspfad Neue Gase/2023)

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Lhyfe baut Produktion, Logistik und Kundennetz für grünen Wasserstoff aus
Lhyfe baut Produktion, Logistik und Kundennetz für grünen Wasserstoff aus

Das französische Unternehmen Lhyfe erweitert seine Position im europäischen Wasserstoffmarkt auf mehreren Ebenen. Der Wasserstoffproduzent hat mit dem Industriegasekonzern Messer einen zehnjährigen Liefervertrag abgeschlossen. Außerdem beteiligt sich das deutsche Unternehmen mit 30 Prozent an vier Wasserstoffproduktionsstandorten in Frankreich und Deutschland. Darüber hinaus versorgt Lhyfe aktuell eine mobile Wasserstofftankstelle, die sechs Brennstoffzellenbusse der Weser-Ems-Bus betankt. So können die H₂-Busse betrieben werden, bis die für 2026 geplante stationäre Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen wird. Parallel dazu wächst die Transportflotte des französischen Unternehmens auf 84 Wasserstoffcontainer.

mehr lesen
Münsterland: Querung des Dortmund-Ems-Kanals ebnet Weg für Kernnetz-Anbindung
Münsterland: Querung des Dortmund-Ems-Kanals ebnet Weg für Kernnetz-Anbindung

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung unter dem Dortmund-Ems-Kanal wieder her. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen

H2 Talk

„Wenn ein Wasserstoffbedarf besteht, ergibt sich der Rest von selbst“
„Gewünscht sind sichere, zuverlässige und unkomplizierte Lösungen“
„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“

Publikationen