Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

EU-Kommission genehmigt deutsche H2-Förderung über 350 Mio. Euro

Die Europäische Kommission hat nach den EU-Beihilfevorschriften eine deutsche Förderregelung über 350 Mio. Euro genehmigt. Diese soll die Erzeugung von grünem Wasserstoff fördern. Die Regelung erfolgt über das „Auctions-as-a-Service“- Instrument der Europäischen Wasserstoffbank

von | 09.04.24

Zur Lösung des Henne-Ei-Problems der Wasserstoffwirtschaft brachte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im September 2022 die Idee einer europäischen Wasserstoffbank ins Spiel.
© doganmesut - stock.adobe.com
Wasserstoffhandel

9. April 2024 | Am vergangenen Freitag (5. April) hat die Europäische Kommission deutsche Finanzhilfen für die Produktion von grünem Wasserstoff in Höhe von 350 Mio. Euro genehmigt. Mit dem Geld soll der Bau von rund 90 MW Elektrolyseleistung ermöglicht werden. Die geplante Finanzierung erfolgt über das „Auctions-as-a-Service“-Instrument der Europäischen Wasserstoffbank.

Die von der EU-Kommission genehmigte Maßnahme sei mit den Zielen des REPowerEU-Plans und dem europäischen Green Deal im Einklang. Demnach könne der Aufbau der geplanten Elektrolyseleistung dazu beitragen, die Abhängigkeit fossiler Energieimporte aus Russland zu reduzieren. Deutschland hatte bei der Kommission eine Finanzierungsregelung über ein Volumen von 350 Mio. Euro angemeldet. Mit dem Geld soll die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch die Europäische Wasserstoffbank gefördert werden.

Konkret soll die am 5. April genehmigte Regelung den Bau einer Elektrolysekapazität von bis zu 90 MW unterstützen. Zudem sollen Anreize für die Erzeugung von bis zu 75.000 Tonnen grünem Wasserstoff geschaffen werden. Die Maßnahme soll auch einen Beitrag dazu leisten, dass deutsche Kapazitätsziel von 10 GW inländischer Wasserstoffproduktion bis 2030 zu erreichen. Die Unterstützung steht allen Unternehmen offen, die neue Elektrolyseure in Deutschland errichten wollen.

Am 8. Februar hatte die Frist für den Eingang von Geboten für die erste Auktionsrunde der Wasserstoffbank geendet. Seitdem bewertet die Agentur die Gebote und erstellt eine Rangfolge. Die Beihilfe will sie dann nach den Kriterien der wettbewerblichen Ausschreibung gewähren. Durchgeführt wurde sie unter der Aufsicht der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt.

Beihilfegenehmigung

Die Förderung erfolgt in Form direkter Zuschüsse je Kilogramm Wasserstoff. Sie ist für einen Zeitraum von höchstens zehn Jahren angesetzt. Um Gelder der Wasserstoffbank zu erhalten, müssen die Empfänger die Einhaltung der EU-Kriterien für die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) nachweisen.

Die Kommission hat die Maßnahme nach den EU-Beihilfevorschriften geprüft. Dabei habe sie im Einzelnen Folgendes festgestellt:

  • Die Regelung sei erforderlich und geeignet, um die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und damit die Dekarbonisierung des Industrie-, Verkehrs- bzw. Energiesektors zu fördern.
  • Die Maßnahme habe einen Anreizeffekt, da die Beihilfeempfänger die betreffenden Investitionen ohne die öffentliche Förderung nicht tätigen würden.
  • Deutschland habe ausreichende Vorkehrungen getroffen, damit die Regelung nur begrenzte Auswirkungen auf den Wettbewerb und den Handel innerhalb der EU hat. Insbesondere werden die Beihilfeempfänger nach einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Ausschreibungsverfahren ausgewählt, und die Beihilfe wird auf das für die Durchführung der Vorhaben erforderliche Minimum beschränkt.
  • Auch wird die Beihilfe im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal positive Auswirkungen insbesondere auf die Umwelt haben, die etwaige negative Auswirkungen in Form von Wettbewerbsverzerrungen aufwiegen.
(Quelle: Europäische Kommission/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Im Interview mit dem Fachinformationsportal gwf Gas + Energie erklärt Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Désirée Schulte, wie das H₂-Netzwerk Ruhr e.V. den Wissenstransfer rund um Wasserstoff organisiert und welche Formate sich speziell an junge Menschen, insbesondere an Frauen und Mädchen, richten. Außerdem spricht sie über die Rolle der Kommunen beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Erwartungen der Mitglieder an die Politik und kommende Veranstaltungen im Jahr 2026.

mehr lesen
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März

Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes starten am 19. März um 13:00 Uhr einen koordinierten Kapazitätsreservierungsprozess. Ab diesem Zeitpunkt können Marktteilnehmer bei dem jeweils zuständigen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) erstmals Einspeise- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Kernnetz reservieren – für bis zu sieben Jahre im Voraus. Die Reservierungsanfragen können über ein standardisiertes Anfrageformular eingereicht werden. Die reservierbaren Kapazitäten sollen von rund 2.859 MWh/h Entry im Jahr 2026 auf über 15.000 MWh/h Entry bis 2030 wachsen.

mehr lesen
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling

Am 5. März hat Shell gemeinsam mit den Projektpartnern das Richtfest für den neuen 100-MW-Elektrolyseur in Wesseling gefeiert. Die Inbetriebnahme der Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland ist für das Jahr 2027 geplant. Dann soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 16.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren – abhängig von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien.

mehr lesen

H2 Talk

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Unsere Kunden sind Vorreiter“
„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“

Publikationen