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FNB zur Wasserstoffinfrastruktur: Abwarten schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland

Die Geschäftsführerin des FNB Gas e.V., Inga Posch, kritisiert den Vorschlag der Bundesregierung, die Frist zur Vorlage eines Konzeptes für die zukünftige Wasserstoffnetzentwicklungsplanung auf den 31.12.2023 zu verschieben.

von | 24.11.22

24. November 2022 | Die Geschäftsführerin des FNB Gas e.V., Inga Posch, kritisiert den Vorschlag der Bundesregierung, die Frist zur Vorlage eines Konzeptes für die zukünftige Wasserstoffnetzentwicklungsplanung auf den 31.12.2023 zu verschieben.

„Wenn das BMWK jetzt bei der Netzentwicklungsplanung für Wasserstoff auf die Bremse tritt, muss sie sich darüber im Klaren sein, dass es so kaum möglich sein wird, noch in diesem Jahrzehnt ein überregionales Wasserstoffnetz aufzubauen. Und ohne Netz kann kein Wasserstoffmarkt entstehen.

 

Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Deutschland droht den rechtzeitigen Umstieg auf einen nachhaltigen Energieträger zu verpassen. Damit werden wichtige Chancen für das Erreichen der Klimaziele vergeben.

 

Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch – von den Vorschlägen der Netzbetreiber für die integrierte Netzplanung für Erdgas und Wasserstoff bis zu Finanzierungskonzepten. Das dena-Modell zur Vorfinanzierung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur durch die Netzbetreiber in Verbindung mit einer Risikoabsicherung durch den Staat würde das Henne-Ei-Problem bei der Finanzierung lösen und für die Kunden bezahlbare Netzentgelte sicherstellen. Unsere Botschaft als Netzbetreiber ist: Wir stehen bereit.

„Deutschland kann sich kein Abwarten leisten“

Die Bundesregierung begründet ihr Abwarten damit, dass das EU-Gasmarktpaket noch nicht verabschiedet sei. Das ist aus unserer Sicht nicht schlüssig. Zum einen lassen die Entwürfe der EU-Kommission den Mitgliedstaaten ausreichend Flexibilität, um bestehende Netzentwicklungsplanungsprozesse aus dem Erdgasbereich in den Wasserstoffbereich zu übertragen. Etwaiger Widerstand aus Europäischem Parlament oder Rat dagegen sind nicht ersichtlich.

 

Zum anderen braucht die Europäische Union gerade Deutschland als größtes Industrieland als Lokomotive für die Umstellung. Sonst droht Deutschland zum Bremsklotz zu werden. Der Aufbau eines Wasserstoffstartnetzes ist eine no-regret Investition in die Zukunft. Nicht zuletzt mit Blick auf die USA und den Sogeffekt für Investitionen durch den Inflation Reduction Act kann sich Deutschland dieses Abwarten nicht leisten. Die Bundesregierung sollte umgehend den Auftrag für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur erteilen.“

Hintergrund

• Die Fernleitungsnetzbetreiber entwickeln bereits seit 2020 bedarfs- und szenarienbasierte
Wasserstoffnetze.

• Am 1. September haben die Netzbetreiber im Wasserstoffbericht konkrete Vorschläge für eine integrierte Netzentwicklungsplanung für Wasserstoff und Erdgas vorgelegt. (Link)

• Die Deutsche Energieagentur hat Ende August einen zielführenden Vorschlag zur Vorfinanzierung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur durch die Netzbetreiber in Verbindung mit einer Risikoabsicherung durch den Staat veröffentlicht.

• Die Entwürfe der EU-Kommission werden derzeit in Rat und Parlament beraten. Sie lassen den Mitgliedstaaten ausreichend Flexibilität, um bestehende Netzentwicklungsplanungsprozesse aus dem Erdgasbereich in den Wasserstoffbereich zu übertragen.

Unser aktuelles Interview mit Vertretern des FNB zum Thema finden Sie hier. 

 

(FNB/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Inga Posch. Geschäftsführerin des FNB Gas e.V. (Quelle: FNB Gas)

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