Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Großbritannien und Deutschland stärken Wasserstoff-Partnerschaft

Vertreter von Großbritannien und Deutschland haben ein Abkommen zur Kooperation in Sachen Wasserstoff unterzeichnet. Durch eine gemeinsame Erschließung des Marktes sowie die Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Wasserstofftechnologien wollen die Staaten "World Hydrogen Leaders" werden.

von | 27.09.23

Die britische Regierung will bis 2030 eine kohlenstoffarme Wasserstoff-Produktionskapazität von bis zu 10 GW aufbauen. Davon sollen mindestens die Hälfte aus elektrolytischem (grünen) Wasserstoff bestehen. Bis 2025 sollen bis zu 1 GW grüner Wasserstoff und 1 GW blauer Wasserstoff in Betrieb oder im Bau sein
© 12019/pixabay
12019/pixabay

27. September 2023 | Regierungsvertreter von Großbritannien und Deutschland haben eine Absichtserklärung über die Kooperation für den Markthochlauf von Wasserstoff unterzeichnet. Sie sieht die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Wasserstoffprojekten vor. Durch eine gemeinsame Erschließung des Marktes sowie die Entwicklung neuer Wasserstofftechnologien wollen die Staaten „World Hydrogen Leaders“ werden.

Nach Angaben der britischen Regierung haben der britische Energieminister Lord Callanan und der deutsche Staatssekretär für Energie Philip Nimmermann gestern (26. September) in der Botschaft des Vereinigten Königreiches in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sieht eine gemeinsame Förderung des internationalen Wasserstoff-Handels sowie die Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung vor.

Die beiden Regierungen wollen demnach die Nutzung von CO2-armen Wasserstoff im Energiemix ihrer Länder beschleunigen. Zudem beabsichtige man eine Zusammenarbeit in der Entwicklung neuer Wasserstofftechnologien. Auch Vertreter von Industrieunternehmen, die in beiden Ländern Wasserstoffprojekte betreiben, waren vor Ort, darunter RWE, Uniper und Siemens.

Die Länder haben bereits erhebliche Investitionen für Wasserstoffprojekte ausgegeben oder in Aussicht gestellt. Die britische Regierung unterstützt die Produktion von grünem und blauem Wasserstoff mit Kapital aus dem 240 Mio. Pfund schweren Net Zero Hydrogen Fund sowie Einnahmen aus dem Hydrogen Production Business Model. In Deutschland erfolgt die Förderung im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie mit Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds.

Fünf Säulen der Zusammenarbeit

Die Regierungsvertreter formulieren in der Absichtserklärung fünf Säulen der Zusammenarbeit:

  • Beschleunigung der Einführung von Wasserstoffprojekten für Industrie und Verbraucher
  • Aufbau einer „internationalen Führungsrolle“ auf den Wasserstoffmärkten sowie Festlegung von Sicherheitsvorschriften und Regelungen für den Handels
  • Forschung und Innovation im Bereich Wasserstoff, von der Produktion bis zur Endanwendung
  • Förderung des Handels mit Wasserstoff und damit verbundener Waren, Technologien und Dienstleistungen
  • Gemeinsame Marktanalyse zur Unterstützung von Planung und Investitionen durch Regierung und Industrie

Insgesamt wolle man so Wasserstoff und dazugehörige Technologien günstiger und leichter zugänglich machen. Dies diene nicht zuletzt dazu, die Energiekosten der Verbraucher zu senken.

Deutschland und Großbritannien: „Natürliche Wasserstoff-Partner“

Der britische Minister Lord Callanan sagte, das Vereinigte Königreich und Deutschland seien „natürliche Partner“ für die Weiterentwicklung des Energieträgers Wasserstoff:

„Dieses Abkommen wird die Entwicklung dieses neuen Kraftstoffs nicht nur für unsere jeweiligen Länder, sondern auch für einen internationalen Handel unterstützen. Dieser könnte für unsere Bemühungen, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, von großer Bedeutung sein. Durch die Partnerschaft können wir von teuren fossilen Brennstoffen wegkommen – und so unsere Energiesicherheit erhöhen.“

Der Staatssekretär für Energie der Bundesrepublik Deutschland, Philip Nimmermann, ergänzte:

„Mit dieser Erklärung machen wir uns auf den Weg, den europäischen und internationalen Markt für Wasserstoff gemeinsam zu erschließen. Dabei geht es nicht nur um den Handel mit Wasserstoff und seinen Derivaten, sondern auch um die Zusammenarbeit bei Technologien und Innovationen in diesem Bereich, die sowohl für Deutschland als auch für Großbritannien von gegenseitigem Nutzen sein wird.“

Es gibt zahlreiche Beispiele für Wasserstoff-Projekte der britischen Regierung. Eine Übersicht finden Sie hier und hier:

Die 15 Finalisten des UK Hydrogen Fund
(Quelle: Gov.UK/2023)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“

Hamburg gilt als eine der vielversprechendsten Wasserstoff-Modellregionen Deutschlands, denn die Stadt vereint auf engem Raum die gesamte H₂-Wertschöpfungskette. Dabei entsteht keine Insellösung, sondern eine offene Infrastruktur, in die zunächst der Hamburger Green Hydrogen Hub und später potenziell auch über Terminals und das Kernnetz Wasserstoff einspeisen und so ein breites Ökosystem an Abnehmern versorgen kann. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, erklärt im exklusiven Interview mit H2News, wie sein Netzwerk den Wasserstoffhochlauf in der Metropolregion aktiv mitgestaltet und warum der Rückgang des Hypes kein Rückschlag ist.

mehr lesen
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte

Die Europäische Kommission hat am 30. April einen neuen Förderaufruf für grenzüberschreitende Energieinfrastrukturprojekte gestartet. Über das Programm CEF (Connecting Europe Facility) stehen insgesamt 600 Millionen Euro für Studien und Bauarbeiten zur Verfügung. Der Aufruf richtet sich an Vorhaben der aktualisierten Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) und der Projekte von gegenseitigem Interesse (PMI). Diese umfasst unter anderem 100 Wasserstoffprojekte.

mehr lesen
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben den Förderbescheid für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Dabei soll in Schwedt die größte deutsche Produktionsanlage für elektrische nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) entstehen. Die Anlage soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Die Menge entspricht rund einem Viertel der deutschen eSAF-Beimischungspflichten. Bund und Land Brandenburg fördern das Projekt mit 350 Millionen Euro. 

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen