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1.000 Tage Nationale Wasserstoffstrategie: Zukunft Gas und DWV ziehen Bilanz

Zukunft Gas e.V. und der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) haben nach knapp 1.000 Tagen Nationaler Wasserstoffstrategie (NWS) Bilanz gezogen.

von | 07.03.23

© malp - stock.adobe.com
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Finanzierung; Wasserstoff-Kernnetz

07. März 2023 | Zukunft Gas e.V. und der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) haben nach knapp 1.000 Tagen Nationaler Wasserstoffstrategie (NWS) Bilanz gezogen. Mit der NWS hatte die Bundesregierung am 10. Juni 2020 das Thema Wasserstoff erstmals in den Fokus gerückt.

Einen Tag vor dem 1.000-tägigen Bestehen der Nationalen Wasserstoffstrategie standen bei der gemeinsamen Veranstaltung  der Verbände in Berlin Erfolgsbeispiele im Mittelpunkt. Unter anderem würdigten sie die Arbeit der Stiftung H2Global, die im Zuge der NWS zur Beschleunigung des weltweiten Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft gegründet wurde.

Timm Kehler, Vorstand bei Zukunft Gas, war sich sicher, dass eine effiziente Verzahnung der Förderinstrumente auch eine wirksame europäische Antwort auf den Inflation Reduction Act (IRA) der USA geben könne:

„Gerade mit Blick auf den IRA und unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt dürfen wir jetzt nicht bei reinen Absichtserklärungen stehen bleiben. Wir benötigen deutlich mehr Pragmatismus, um Wasserstoff statt Richtlinien zu produzieren. Für einen international funktionsfähigen Wasserstoffmarkt bedarf es nun schnell klarer Herkunftsnachweise.“

Wasserstoff kann Machtverhältnisse globaler Energiemärkte ändern

Wasserstoff könne nicht nur das deutsche Energiesystem vollständig verändern, sondern auch die Machtverhältnisse auf globalen Energiemärkten verschieben. Diese Chance müsse Deutschland proaktiv nutzen.

„Die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie muss der Dimension einer zukünftigen grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft gerecht werden und konkrete Maßnahmen für einen investitionssicheren Markthochlauf der Wasserstoffenergiewirtschaft in allen Sektoren benennen“, so Werner Diwald, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes.

Ausbau der Infrastruktur unabdingbar

Um den Energieträger Wasserstoff künftig breit nutzen zu können, sei der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur in Deutschland und zukünftigen Exportländern unabdingbar.

„Dabei ist unsere Ausgangslage sehr gut: Mit der bestehenden Gasinfrastruktur gibt es bereits ein tragfähiges Fundament“, betonte Kehler.

Europäische Energieinfrastrukturbetreiber haben darüber hinaus in der Initiative European Hydrogen Backbone ihre Vision für eine etwa 53.000 km lange Wasserstoffnetzinfrastruktur in 28 europäischen Ländern entwickelt. Sie soll größtenteils aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen.

„Wir begrüßen, dass das BMWK den European Hydrogen Backbone umsetzen und Wasserstoff-Importterminals schaffen will. Auch bei den Terminals ist die Branche bereit. So entstehen beispielsweise in Wilhelmshaven und Stade nicht nur landbasierte LNG-Terminals, sondern Energy Hubs, die nach dem Ende der Erdgasnutzung für den Import dekarbonisierter und erneuerbarer Gase genutzt werden können“, so Kehler weiter.

Gegen ein Unbundling der Gasnetze

Kritisch sehen beide Verbände dagegen die Idee, eine neue staatliche Wasserstoff-Netzgesellschaft aufzubauen. Hierfür seien die etablierten privatwirtschaftlichen Akteure deutlich effizienter und schlagkräftiger aufgestellt und könnten schneller agieren.

„Das Verteilnetz, das heute 20 Mio. Haushalte, aber eben auch 1,8 Mio. Gewerbe- und Industriekunden versorgt, muss in ein künftiges System eingebunden werden und dieses System sollte mit den Stromnetzen zu einem integrierten Energiesystem zusammenwachsen. Hierfür sind viel Engagement, Pioniergeist und Mut nötig.

 

Eigenschaften, welche die Gaswirtschaft mitbringt. Sie ist bereit, Gase neu zu denken. Was wir nun brauchen, ist, so viel Geschwindigkeit und Pragmatismus wie möglich, und so wenig Verwaltungsstruktur wie nötig“, betonten beide Vorsitzende.

„Gelungener Start in die Wasserstoffzukunft“

Insgesamt konnten Kehler und Diwald aber ein positives Fazit ziehen:

 „Der Start in die Wasserstoffzukunft ist gelungen. Erneuerbare und dekarbonisierte Gase sind fest in der Energiewende verankert. Was wir nun brauchen, sind mehr Pragmatismus und Geschwindigkeit.“

 

(Quelle: Zukunft Gas/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur im In- und Ausland ist eine Hauptforderung der Branchenverbände (Quelle: Adobe Stock)

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