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Wasserstoff-Separation statt Elektrolyse: Stadt Haßfurth startet Modellprojekt

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Autor: Sophia Jenke

Thomas Esser und Volker Harbusch (beide Siqens, v.l.) mit dem HT-PEM Stack
© Daniel Schvarcz / Siqens GmbH
Wasserstoff-Separation

13. Februar 2024 | Die Siqens GmbH hat ihr erstes kommerzielles Projekt zur Wasserstoff-Separation gestartet. Im Rahmen des Vorhabens hat der Wasserstoffproduzent aus München seine elektrochemische Wasserstoffseparations-Technologie (EHS) an die Stadtwerke Haßfurth geliefert. Dabei wird aus dem Gasnetz der Stadt Haßfurt Wasserstoff separiert, komprimiert und gespeichert. Für die anschließende Verstromung kommt eine Brennstoffzelle zum Einsatz.

Wasserstoff-Separation statt Elektrolyse: Diesen Ansatz verfolgt die Stadt Haßfurth in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg (HI ERN) und dem Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Ziel ist, den Einsatz von Wasserstoff im Gasnetz der unterfränkischen Kreisstadt auszubauen.

Die Siqens GmbH liefert mit ihren Hochtemperatur HT-PEM Stacks die Technologie für das Projekt. Die Stacks sollen Wasserstoff aus dem kommunalen Gasnetz separieren, komprimieren und speichern. Im Anschluss werde der Wasserstoff mit Hilfe einer Brennstoffzelle verstromt. Die Technologie des Münchner Unternehmens basiert auf seiner patentierten EHS-Technologie, die eine kostengünstige Alternative zur Elektrolyse “aus lokalen Ressourcen” darstelle:

„Beim Einsatz des EHS-Verfahrens entsteht hochreiner Wasserstoff, der direkt in Brennstoffzellen verwendet werden kann“, so Siqens-CEO Dr. Thomas Klaue. „Auch wenn das eingesetzte Gasgemisch verunreinigt ist, liefert unser Hochtemperatur-Stack hochreinen Wasserstoff dank seiner besonderen Robustheit.“

Wasserstoff-Separation aus dem kommunalen Gasnetz

Mit dem EHS-Verfahren lasse sich Wasserstoff aus Erdgas, Stadtgas, Methanol oder auch Biogasen separieren. Edelgase wie Helium, bei denen Wasserstoff als „Verunreinigung“ enthalten ist, lassen sich mit EHS „reinigen“, sodass Helium und Wasserstoff jeweils einzeln verwendet werden können. So will Siqens auch eine Vielzahl an natürlichen Reservoiren zur Wasserstoffgewinnung erschließen.

Die Flexibilität der EHS-Technologie sei für die Institute HR ERN und IFE auch ein Auswahlkriterium gewesen, um das Wasserstoff-Projekt in Haßfurt umzusetzen. Seit den 1990er Jahren baue die Kreisstadt auf erneuerbare Energien und sieht sich damit in einer Vorreiterrolle. Seit 2016 produziert das örtliche Stadtwerk mit einem Elektrolyseur Wasserstoff aus überschüssigem Windstrom. Hinzu kommt Biogas von örtlichen Bauern.

(Quelle: Siqens GmbH/2024)

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