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Wasserstoff: Relevanter Energieträger für Glas-, Keramik- und Metallindustrie?

Das Forschungsprojekt GREAT H2 hat seinen Abschluss gefeiert. Unter der Leitung des ThEEN e.V. zelebrierte das HySON-Institut den Projektabschluss mit einer Fachkonferenz zu industriellen Anwendungen von grünem Wasserstoff.

von | 04.12.23

v.l.: Gunar Schmidt, Minister Bernhard Stengele, Christoph Frenkel, Jana Liebe, Peter Steinmüller und Frank Morgenroth
© Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V.
GREAT H2 zelebrierte mit dem HySON-Institut seinen Abschluss mit einer Fachkonferenz

04. Dezember 2023 | Wie und wo lässt sich grüner Wasserstoff effizient in der Industrie nutzen? Das hat das Forschungsprojekt GREAT H2 zwei Jahre lang untersucht – nun hat es seinen Abschluss gefeiert. Unter der Leitung des ThEEN e.V. feierte das HySON-Institut den Projektabschluss mit einer Fachkonferenz zu den Ergebnissen.

Bei ihren Untersuchungen bedienten sich die Forschenden einer nach eigenen Angaben neuen Methode, die sie auf zehn Einzelunternehmen sowie das Hermsdorfer Industriecluster anwendeten. Im Fokus der Konferenz standen ihre Forschungsergebnisse zur Dekarbonisierung von Industriebetrieben in der Glas-, Keramik- und Metallbranche. Außerdem präsentierten die Projektbeteiligten ihr Transformationskonzept für das Industriecluster Hermsdorfer Kreuz.

Der unternehmensübergreifende Ansatz des Industrieclusters schließt von der Energieerzeugung über Sektorenkopplung und Energiemanagement bis hin zur Nutzung über alle Energiesektoren hinweg alle geeigneten Technologien und Betreibermodelle ein.

Insgesamt gaben die Forschenden an, dass eine dezentrale H₂-Versorgung eine sinnvolle Einstiegsoption für einen Unternehmensverbund sei. Die Einbindung der Expertise aus der Erneuerbaren-Energie-Branche und lokalen Energieversorgern sei für eine rasche Umsetzung zielführend.

Schlüssel zur Dekarbonisierung: Gemeinsame Energieinfrastruktur

Unter anderem berichteten die Beteiligten über eine Studie zur Dekarbonisierung der Energieversorgung auf dem Tridelta Campus Hermsdorf. Die dabei entdeckten „Synergiepotentiale“ sollen die Versorgung günstiger und zuverlässiger machen:

„Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur Chemieunternehmen und Stahlhersteller für den zukünftigen Einsatz von grünem Wasserstoff geeignet sind, sondern dass auch für andere Branchen Wasserstoff eine relevante Säule der zukünftigen und CO2-freien Energieversorgung sein kann“, so GREAT H2-Projektleiter Christoph Frenkel vom ThEEN.

Die Thüringer Industrieunternehmen sind derzeit dazu aufgefordert, ihren Wasserstoffbedarf an die Netzbetreiber zu kommunizieren. So sollen alle Unternehmen mit Bedarf einen Anschluss an die geplanten Wasserstoffleitungen erhalten. Die Pipelines entlang der A4 sollen dabei durch Umwidmung von Erdgasleitungen entstehen. Zudem hat das GREAT H2-Forschungsteam einen umfassenden Leitfaden zur Erzeugung von grünem Wasserstoff entwickelt, der technische, regulatorische und wirtschaftliche Parameter beinhaltet.

Weitere Informationen zum GREAT H2

GREAT H2 zeigte Umstellung auf Wasserstoff

Das Demonstrationsvorhaben habe insgesamt aufgezeigt, wie Unternehmen mit thermischen Produktionsprozessen ihren Erdgasbedarf auf die Nutzung von Wasserstoff umstellen können. Indes sei weiterführende Forschung und Entwicklung zur Prüfung der technischen Machbarkeit industrieller Wasserstoffanwendungen notwendig. Die Ergebnisse von GREAT H2-Projekt könnten hierfür aber eine wichtige Grundlage liefern.

„Um mit grünem Wasserstoff in Thüringen voranzukommen, brauchen wir eine gute Einbindung ins deutsch-europäische Wasserstoffnetz. […] Das GREAT H2 Projekt zeigt, wie industrielle Prozesse auf grüne Energien umgestellt werden können.“, betont der Thüringer Energieminister Bernhard Stengele, dessen Haus das Vorhaben mit rund 400.000 € Förderung unterstützte.

Zum MDR Video über die Wasserstoffkonferenz
(Quelle ThEEN e.V./2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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