Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

800 Mio. € Förderung: EU-Kommission konkretisiert Pläne für Wasserstoffbank

Die Europäische Kommission will die Preise für grünen Wasserstoff senken, indem sie die Produktion subventioniert. Dazu soll eine Wasserstoffbank gegründet werden. Details dazu hat der erste Vizepräsident der EU-Kommission und Kommissar für Klimaschutz, Frans Timmermans, bekanntgegeben. 

von | 20.03.23

© doganmesut / Adobe Stock #332717406
© doganmesut / Adobe Stock #332717406

20. März 2023 | Die Europäische Kommission will die Preise für grünen Wasserstoff senken, indem sie die Produktion subventioniert. Dazu soll eine Wasserstoffbank gegründet werden. Details dazu hat der Erste Vizepräsident der EU-Kommission und Kommissar für Klimaschutz, Frans Timmermans, bekanntgegeben.

Die im September 2022 durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigte EU-Wasserstoffbank sei ein wichtiger Bestandteil des Ziels der EU, bis 2030 10 Mio. t Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren. Darüber hinaus erwartet man bis zu 10 Mio. t aus Importen.

„Wasserstoff ist ein Industriezweig, in dem die EU dem globalen Wettbewerb immer noch weit voraus ist“, erklärte Timmermans, der für die Umsetzung des Green Deals verantwortlich ist.

 

„Über 50 % der installierten Elektrolyseur-Kapazitäten und über 50 % der Elektrolyseur-Herstellungskapazitäten befinden sich in der EU. Es handelt sich eindeutig um eine Schlüsseltechnologie. Aber nur 10 % der Wasserstoffprojekte haben die endgültige Investitionsentscheidung erreicht.“

EU-Wasserstoffbank: Mittel für Produktion und Import

Mit der Wasserstoffbank will die EU ein Henne-Ei-Problem lösen: Potenzielle Wasserstoffproduzenten wissen nicht, ob sie Abnehmer finden werden, und halten sich aus Furcht vor „Stranded Assets“ mit Investitionen zurück. Umgekehrt beklagen potenzielle Wasserstoffabnehmer den Mangel an großen Mengen grünen Wasserstoffs.

Laut Timmermanns soll die Wasserstoffbank in der EU produzierten Wasserstoff großzügig fördern. Ab Herbst 2023 wolle man erste Gebote einholen. Unternehmen, die einen Teil der zur Verfügung stehenden 800 Mio. € anfordern, müssen ihre Produktionspläneeinreichen. Den Zuschlag sollen jene mit den niedrigsten anfallenden Kosten erhalten. Die Mittel stammen aus dem Innovationsfonds, der sich aus dem Markt für CO2-Zertifikate speist.

Perspektivisch soll die Bank darüber hinaus den Import von im Ausland produziertem Wasserstoff erleichtern. Über diese zweite Funktion der Bank ist aktuell noch wenig bekannt. Laut einer offiziellen Pressemitteilung sollen „alle Elemente der Wasserstoffbank“ noch „vor Ende des Jahres“ bereit sein.

Fact-Sheet: „Boosting Hydrogen Through A European Hydrogen Bank“

Der Vorstoß der EU-Kommission folgt auf eine Entscheidung aus den letzten Wochen, der zufolge verbindliche Kriterien für grünen Wasserstoff festgelegt werden sollen. Den jetzigen Stand der Wasserstoffbank-Pläne hat die EU in einem Fact Sheet zusammengefasst:

Offizielles Fact-Sheet der EU-Kommission

Im Oktober hatte Timmermanns im Rahmen der European Hydrogen Week bereits angekündigt, dass die EU Mittel in Höhe von rund 3 Mrd. € für die Förderung von grünem Wasserstoff mobilisieren werde.

 

(Quelle: Europäische Kommission/Euractiv.com/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Franz Timmermanns, Erster Vizepräsident der EU-Kommission und Kommissar für Klimaschutz, bei der Verkündung des REPowerEU-Plans im Mai 2022 (Quelle: EC - Audiovisual Service/Jennifer Jaquemart)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Gasbilanz 2025: Geplante Elektrolysekapazität sinkt auf 7,2 GW
Gasbilanz 2025: Geplante Elektrolysekapazität sinkt auf 7,2 GW

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft hat am 10. Februar im Rahmen der E-world energy & water die „Gasbilanz 2025” vorgestellt. Sie zeigt, dass der Wasserstoffhochlauf an Dynamik verliert. Während 2024 noch Elektrolyseprojekte mit einer Leistung von über 11 GW bis 2030 angekündigt waren, belaufen sich die aktuell konkret geplanten Kapazitäten nur noch auf rund 7,2 GW. Zahlreiche Projekte wurden verschoben oder aufgegeben. Gleichzeitig wächst der Gasverbrauch wieder, Gaskraftwerke sichern die Versorgung in Dunkelflauten, und das Kernnetz nimmt Form an. Was die aktuellen Zahlen für die Energiewende bedeuten.

mehr lesen
Netzbetreiber starten integrierte Marktabfrage für Strom- und Wasserstoffinfrastruktur
Netzbetreiber starten integrierte Marktabfrage für Strom- und Wasserstoffinfrastruktur

Die deutschen Netzbetreiber fragen erstmals die Bedarfe für eine integrierte Strom- und Wasserstoffinfrastruktur ab. Dafür haben sie am 3. Februar eine Marktabfrage gestartet. Bis zum 13. März können Marktakteure ihre Bedarfe über eine gemeinsame Plattform melden. Die Abfrage dient der Vorbereitung der Szenariorahmen für die Netzentwicklungspläne Strom sowie Gas und Wasserstoff 2027. Gleichzeitig hat der FNB Gas e.V. die Kriterien für die Berücksichtigung von Kapazitätsreservierungen nach KARLA Gas 2.0 veröffentlicht.

mehr lesen

H2 Talk

„NRW bringt beste Voraussetzungen als Wasserstoff-Knotenpunkt mit“
„Für die klimaneutrale Klinkermanufaktur kommt nur Wasserstoff in Frage”
Kyocera: „Komponenten für die Wasserstoffproduktion sind der größte Engpass im Hochlauf”

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt