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Große Neuigkeiten bei Salzgitter-Besuch: H2Global wird Teil der Wasserstoffbank

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, EU-Energiekommissarin Kadri Simson und der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies waren am Mittwoch (31. Mai) zu Besuch bei Salzgitter. Dabei gab es viel Lob für das Wasserstoff-Transformationsprogramm SALCOS. Am Rande wurde eine wichtige Information über die Zukunft der deutschen Wasserstoffstiftung H2Global sowie der geplanten Wasserstoffbank der EU bekannt.

von | 02.06.23

Robert Habeck und Gunnar Groebler: Das Vorzeigeprojekt für grünen Stahl erhält starke Aufmerksamkeit durch das BMWK
Salzgitter AG
Salzgitter AG

02. Juni 2023 | Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, EU-Energiekommissarin Kadri Simson und der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies waren am Mittwoch (31. Mai) zu Besuch bei der Salzgitter AG. Dabei gab es viel Lob für das Wasserstoff-Transformationsprogramm SALCOS. Am Rande wurden wichtige Informationen über die Zukunft des deutschen Wasserstoff-Förderinstrumentes H2Global Stiftung sowie der geplanten Wasserstoffbank der EU bekannt.

Bundeswirtschaftsminister Habeck lobte das Transformationsprogramm SALCOS, dem er auf der Hannover Messe im April einen Fördergutschein über 1 Mrd. € überreicht hatte. Der Stahlkonzern sorge für Arbeitsplätze in Deutschland und Wertschöpfung in Europa: „Es war nicht klar, dass sich ein Stahlunternehmen an die Spitze der Bewegung setzen würde“.  Energiekommissarin Kadri Simson erklärte die DRI-Anlage zu einem „Symbol für den grünen Wandel“ und betonte: „Hier ist der Leuchtturm.“

Salzgitter-CEO Gunnar Groebler forderte eine „neue Deutschlandgeschwindigkeit“ beim Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur, womit er auf den schnellen Bau der LNG-Anbindungsleitung WAL im vergangenen Dezember anspielte. Nun müsse eine Wasserstoff-Pipeline nach Salzgitter entstehen. Von den Politikern habe er in diesem Punkt „positive Signale“ vernommen. Dies sollte auch Olaf Lies freuen: Zum wiederholten Male betonte er Niedersachsens  „große Chance, Wasserstoffland Nr. 1 zu werden.“ Hierbei dürfte er vor allem auf den zukünftigen Wasserstoff-Hub Wilhelmhaven anspielen; der indes keineswegs das einzige groß gedachte Wasserstoff-Projekt in dem norddeutschen Bundesland ist. Eine Übersicht finden Sie hier.

Die DRI-Anlage auf dem Werksgelände (Quelle: Salzgitter)

Schaffung einheitlicher EU-Wasserstoffplattform

EU-Kommissarin Simson erklärte, dass das deutsche Finanzierungsinstrument H2Global zur Förderung von außereuropäischen Wasserstoffimporten nach Deutschland mit der neuen europäischen Wasserstoffbank verknüpft werden solle. So könne Europa mit „einer Stimme“ Wasserstoff importieren, also ohne Wettbewerb zwischen europäischen Marktakteuren.

Das würde erstens bedeuten, dass die deutsche Regierung ihre Importfinanzierung im Rahmen von H2Global auf die europäischen Mitgliedstaaten ausweitet. Zweitens würde die H2Global-Initiative so in das EU-Programm für die inländische Wasserstopffproduktion, die 3 Mrd. € schwere Wasserstoffbank, integriert werden.

Wie die EU-weite Ausweitung der H2Global-Initiative konkret aussehen wird, ob die deutsche Regierung sie weiterhin finanzieren wird und wer die Verantwortung für das Auktionsverfahren tragen soll, ist noch unklar. Angestrebt wird Medienberichten zufolge ein gemeinsames Budget, um die Finanzierungsmenge zu erhöhen, größere Projekte anzuziehen, internationalen Herstellern mittels einer einheitlichen Plattform mehr Klarheit zu verschaffen, den Mitgliedstaaten bei der Bewertung verschiedener Angebote zu helfen und die interne Koordination für die Schaffung von Wasserstoffkorridoren zu unterstützen.

Deutschland: 5 Mrd. € für Wasserstoffimporte

In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz vom selben Tag heißt es, dass Deutschland „mehr als 5 Mrd. €“ für den außereuropäischen Import von Wasserstoff ausgeben werde – eine Erhöhung um 1 Mrd. € gegenüber dem von Olaf Scholz auf der COP27 angekündigten Budget für H2Global.

Minister Habeck hierzu:

„Deutschland wird in den kommenden Jahren mehr als 5 Mrd. € in die internationale Wasserstoffbeschaffung investieren. Die ersten Ausschreibungen für Wasserstoff-Importe haben bereits begonnen. Dieses beispielhafte Modell ist offen für die Beteiligung internationaler Partner. Ich begrüße daher nachdrücklich die Idee, unsere Kräfte zu bündeln und H2Global zu einem integralen Bestandteil der Europäischen Wasserstoffbank zu machen.“

EU-Kommissarin Simson ergänzte:

„Die EU-Politik für erneuerbaren Wasserstoff hat sich in den letzten Jahren rasch entwickelt und wurde durch den RePowerEU-Plan wirksam beschleunigt. Ich freue mich, dass Deutschland Vorreiter bei der Durchführung einer internationalen Wasserstoff-Ausschreibung ist. Wir wollen auf dieser Erfahrung aufbauen und mit der Europäischen Wasserstoffbank die erste europäische Ausschreibung entwickeln, die allen Mitgliedstaaten offenstehen wird.“

Hintergrund: H2Global und Wasserstoffbank

H2Global ist ein Instrument zur Förderung des Wasserstoffhochlaufs. Das BMWK stellt bereits 900 Mio. €  für das erste Förderfenster des ausschreibungsbasierten Instruments zur Verfügung. Nach eigenen Angaben bereitet es zudem weitere Ausschreibungen vor. Die Umsetzung und Weiterentwicklung von H2Global erfolgt durch die gemeinnützige Stiftung H2Global, deren Tochtergesellschaft HINT.CO GmbH die bereitgestellten Mittel zum Ausgleich der Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreisen einsetzt.

Die Europäische Wasserstoffbank ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die sowohl die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff in der EU als auch Importe von Wasserstoff erleichtern soll. Ihr Ziel ist es, die Investitionslücke zu schließen und das künftige Angebot an erneuerbarem Wasserstoff mit den europäischen Wasserstoffabnehmern zusammenzubringen, um bis 2030 20 Mio t grünen Wasserstoff zu produzieren.

 

(Quellen: Salzgitter/BMWK/2023)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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