Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf 42-Prozent-Quote für grünen Wasserstoff

Der aus Vertretern der 27 EU-Mitgliedstaaten bestehende Rat der Europäischen Union hat am 09. Oktober die Richtlinie für erneuerbare Energien (RED-III) verabschiedet. Damit müssen nun 42 % des von der Industrie verwendeten Wasserstoffs bis 2030 aus erneuerbaren Quellen stammen. Bis 2035 steigt die Quote auf 60 %. Dadurch könnte bis zum Ende des Jahrzehnts ein EU-weiter Bedarf an grünem Wasserstoff von rund 4 Mio. t entstehen.

von | 12.10.23

Im Gegensatz zum Europäischen Rat hat der Rat der Europäischen Union, auch EU-Ministerrat genannt, keine fixe Besetzung. Stattdessen setzt er sich je nach Thema aus den Fachministern der einzelnen Mitgliedsstaaten zusammen
© doganmesut - stock.adobe.com
Wasserstoffhandel

Aktuell werden in der EU jährlich rund 9,7 Mio. t Wasserstoff verbraucht. Allerdings handelt es sich hierbei um mit Erdgas gewonnenen oder „grauen“ Wasserstoff. Er spielt vor allem in der Düngemittel- und Chemieproduktion sowie bei der Raffination von Erdöl eine Rolle.

Durch die neue Richtlinie der EU müssen ab 2030 42 % dieses grauen Wasserstoffes grün sein. Dadurch entsteht bis zum Ende der Dekade ein Bedarf von etwa vier Mio. t. Zum Vergleich: Das Offshore-Wasserstoffprojekt AquaVentus schätzt, dass es mit einer Produktionskapazität von 10 GW rund eine Mio. grünen Wasserstoff im Jahr erzeugen könnte.

Die Quote ist Teil der im neuen Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED-III). Ende März war das 42-%-Ziel bereits im Rahmen einer vorläufigen Einigung formuliert worden, im Juni hatte die EU-Kommission eine Zusatzerklärung für die Novellierung von RED-III verfasst. Die Richtlinie legt u. a. fest, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch der EU bis 2030 auf 42,5 % erhöht werden soll.

RFNBOs: Schlüssel für die Klimaziele

Grüner oder erneuerbarer Wasserstoff gilt nach den EU-Kriterien als RFNBO („Renewable fuel of non-biological origin“). Sie spielen eine Schlüsselrolle für die Klimapläne der EU. Dass nun 42 % des EU-weit industriell genutzten Wasserstoffs bis 2030 grün sein müssen, entspricht laut BMWK einer Steigerung auf etwa 20 bis 25 TWh. Zudem ist nun vorgesehen, dass der Anteil von erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch der Industrie jedes Jahr um 1,6 % steigen soll.

Spaniens Ministerin für ökologischen Wandel Terese Ribera lobte den Beschluss im Kontext des im Juli 2021 vorgelegten „Fit for 55“-Paketes. Er werde zur Erreichung des EU-Klimaziels beitragen, die Gesamtemissionen der EU um mindestens 55 % bis 2030 zu reduzieren.

Die EU will bis 2030 10 Mio. t grünen Wasserstoff zu produzieren. Zusätzlich wollen die Mitgliedsstaaten bis zu diesem Zeitpunkt weitere 10 Mio. t von außerhalb der EU importieren.

(Quellen: European Council/Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz/2023)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Österreichs erster Wasserstoff-Kaffeeröster in Betrieb genommen
Österreichs erster Wasserstoff-Kaffeeröster in Betrieb genommen

Der Kaffeehersteller Julius Meinl AG röstet Kaffee seit kurzem mit grünem Wasserstoff. Die neue Anlage im Wiener Stadtteil Ottakring soll pro Röstvorgang rund 2 Kilogramm CO2 vermeiden und so bis zu 300 Tonnen pro Jahr einsparen. Nach Unternehmensangaben ist der Röster der erste seiner Art in Österreich.

mehr lesen
Grüner Stahl: EWE AG und Salzgitter AG schließen Wasserstoff-Liefervertrag
Grüner Stahl: EWE AG und Salzgitter AG schließen Wasserstoff-Liefervertrag

Der Energieversorger EWE AG und das Salzgitter AG-Tochterunternehmen Salzgitter Flachstahl GmbH haben am 9. Juni einen langfristigen Liefervertrag für grünen Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2030 sollen jährlich 10.000 Tonnen Wasserstoff aus Emden in die Stahlproduktion fließen. Vorgesehen ist die Nutzung des H2 im SALCOS-Programm (Salzgitter Low CO2 Steelmaking).

mehr lesen

H2 Talk

Dirk Flandrich, Gascade: „Wasserstoff braucht verlässliche Rahmenbedingungen und mutige Erstnutzer“ Wasserstoff-Kernnetz
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt