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König Willem-Alexander in Duisburg: NRW vertieft deutsch-niederländische H2-Zusammenarbeit

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Autor: Sophia Jenke

Nach dem Besuch des niederländischen Königs Willem-Alexander in NRW fand die Unterzeichnung von zwei gemeinsamen Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff statt.
© Land NRW/Ralph Sondermann
© Land NRW/Ralph Sondermann

15. November 2023 | Bei einem Besuch des niederländischen Königs Willem-Alexander in Nordrhein-Westfalen unterzeichneten Regierungsvertreter zwei Absichtserklärungen zur Intensivierung der deutsch-niederländischen Wasserstoff-Zusammenarbeit. Im Fokus der Kooperation steht ein grenzüberschreitendes Wasserstoffökosystem.

Gestern (14.11) besuchte König Willem-Alexander der Niederlande die Stadt Duisburg. Begleitet wurde er von Hans Vijlbrief, dem Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Klima. Ziel seiner Reise ins Ruhrgebiet war die Inspektion deutscher Wasserstoffprojekte und der Austausch über eine intensivere Wasserstoff-Kooperation beider Länder.

Die Niederlande gelten als Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Im Mittelpunkt des Besuchs standen deshalb u. a. die Umsetzung einer grenzüberschreitenden Transport- und Lagerinfrastruktur, die Gewährleistung der Versorgungssicherheit sowie die Intensivierung des Wissensaustauschs rund um H2. Am Besuchsprogramm nahmen auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur teil. Abschließend wurden durch Vertreter der Wirtschafts- und Klimaschutzministerien beider Länder zwei Absichtserklärungen für ein grenzüberschreitendes Wasserstoffökosystem unterzeichnet. Darin spielen die bestehenden Pipeline- und Hafeninfrastrukturen, geologische Formationen für die Wasserstoffspeicherung sowie die hohe Nachfrage nach Wasserstoff seitens der Industrie eine wichtige Rolle.

Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Philipp Nimmermann sagt dazu: „Wir sind hocherfreut über den weiteren Ausbau unserer langjährigen und vertrauensvollen Partnerschaft mit den Niederlanden. Die gemeinsame Beschleunigung des Ausbaus des Wasserstoffnetzes nutzt das transformative Potenzial der bestehenden Gasinfrastruktur und stärkt die Investitionssicherheit entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette. Damit tragen wir aktiv zu einem ambitionierten Wasserstoffmarkthochlauf bei und treiben die europäische Energiewende voran.“

Gemeinsam die Wasserstoffinfrastruktur ausbauen

Die „Gemeinsame Erklärung zur weiteren Energiekooperation im Bereich der Wasserstoffinfrastruktur“ ist Ausdruck der Absicht beider Länder, ihre Anstrengungen für einen raschen und synchronen Ausbau ihrer nationalen Wasserstoffinfrastruktur fortzusetzen. Mit der Schaffung des deutschen Kernnetzes und der niederländischen Wasserstofftransportinfrastruktur werden bis 2032 potenziell vier grenzüberschreitende Verbindungsleitungen, sogenannte Wasserstoff-Interkonnektoren, realisiert und in das europäische Wasserstoffnetz integriert. Deutschland und die Niederlande arbeiten an der Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Wasserstoffprojekte mit grenzüberschreitender Dimension.

Die zweite gemeinsame Erklärung, die „Joint Declaration of Intent zur Durchführung einer gemeinsamen Ausschreibung im Rahmen des H2Global-Instruments“, umfasst einen gemeinsamen Import von grünem Wasserstoff. Beide Länder planen, den in Deutschland bereits bestehenden H2Global-Mechanismus zu nutzen. Der Mechanismus unterstütze Unternehmen durch eine Stiftung in die Produktion von grünem Wasserstoff im Ausland einzusteigen. Damit soll der Wasserstoffbedarf gesichert werden und der internationale Markthochlauf von grünem Wasserstoff unterstützt werden. Zu diesem Zweck wollen die Niederlande und Deutschland jeweils 300 Mio. € für eine gemeinsame globale Ausschreibung und zehnjährige Kaufverträge für Importe von grünem Wasserstoff ab 2027 ausgeben.

Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Klima Hans Vijlbrief sagt: „Wir brauchen starke staatliche Anreize, um private Investitionen in die Produktion und die Nutzung von erneuerbaren Wasserstoffs sowie die dafür erforderlichen neuen Logistikketten zu erreichen. Hierfür ist H2Global ein sehr geeignetes Instrument. Diese gemeinsame Ausschreibung ist ein starkes Signal für das deutsch-niederländische Engagement zur Schaffung von Importkorridoren für erneuerbaren Wasserstoff, welche beide Länder mit anderen europäischen und außereuropäischen Partnern verbindet.

König Willem-Alexander an den wichtigsten Wasserstoffpunkten NRWs

© Land NRW/Ralph Sondermann

Ministerpräsident Wüst und König Willem-Alexander neben wasserstoffbetriebenem Fahrzeug © Land NRW/Ralph Sondermann

Am Vormittag des 14.11. besuchten König Willem-Alexander und NRW-Ministerpräsident Wüst gemeinsam den Chemiepark Marl. Inhaltlicher Schwerpunkt war die Einfuhr sowie der Transport von Wasserstoff, dessen Einsatz in der Industrie und das Rheticus-Projekt, in dessen Rahmen eine innovative Versuchsanlage unter Einsatz von u.a. Wasserstoff und Kohlendioxid neue Chemikalien produziert.

Am Nachmittag stand der Besuch des Zentrums für Brennstoffzellen-Technik (ZBT) in Duisburg auf dem Programm. Das ZBT sei europaweit führend in der Forschung für Wasserstofftechnologien und arbeite eng mit dem niederländischen Partner NedStack zusammen. Im Testlabor informierten sie sich über die Entwicklung von Brennstoffzellen und sprachen mit Experten des ZBT u. a. über Testanlagen für die Befüllung von Wasserstofftanks und wasserstoffbetriebene Autos. Mit einem solchen Auto fuhren König Willem-Alexander und Ministerpräsident Wüst anschließend zum Duisburger Hafen.

Ein Programmpunkt im Duisburger Hafen Duisport war die Besichtigung des weltweit ersten wasserstoffbetriebenen Binnenschiffs MS Antonie. Für die Realisierung niederländischer Wasserstoff-Exporte nach Nordrhein-Westfalen müsse die vorhandene Infrastruktur erweitert werden. Bis 2026 sollen zwischen Rotterdam, Duisburg und Köln zehn Binnenschiffe verkehren – mit mindestens vier Wasserstofftankstellen auf der Strecke.

Im Landschaftspark Duisburg-Nord nahmen König Willem-Alexander und Ministerpräsident Wüst an einer Veranstaltung zum Aufbau eines intereuropäischen Wasserstoffkorridors teil. Rund 45 deutsche und niederländische Akteurinnen und Akteure aus der Wasserstoffbranche trafen sich dort mit dem Ziel, den Ausbau maßgeblich voranzutreiben. Anschließend fand in der Kraftzentrale des Landschaftsparks eine Matchmaking-Veranstaltung für rund hundert kleine und mittlere Unternehmen aus beiden Ländern statt. Den Abschluss des Arbeitsbesuchs bildete ein „Trade Dinner“ mit rund 300 Unternehmensvertretern.

Ministerpräsident Hendrik Wüst sagt: „Nordrhein-Westfalen und die Niederlande verbindet eine enge Freundschaft und bewährte Partnerschaft. Das Potential dieser Nachbarschaft gilt es insbesondere mit Blick auf die aktuellen globalen Herausforderungen bestmöglich zu nutzen und die Zusammenarbeit in Kernthemen wie der Energie weiter zu intensivieren.” Insbesondere die Anbindung an die Flüssiggas-Terminals in den Niederlanden sei für Deutschland von großer Bedeutung, sagt Wüst. Es brauche nun größere Mengen Wasserstoff für die energieintensive Industrie und für die Produktion von grünem Stahl. Mit den Niederlanden als Partner soll Nordrhein-Westfalen zum Zentrum der europäischen Wasserstoffwirtschaft werden.

(Quelle: Land NRW/BMWK/2023)

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