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Karlsruher E-Fuel-Produzent: Mit neuen Katalysatoren zur Marktführerschaft

Das Karlsruher Start-up Ineratec hat mit dem globalen Chemieriesen Sasol einen Fünfjahresvertrag über die Lieferung von Fischer-Tropsch-Katalysatoren unterzeichnet. Das Unternehmen will sie für die Herstellung von E-Fuels aus Wasserstoffbasis insbesondere für die Luftfahrt nutzen.

von | 08.05.24

Ineratech-Anlage in Frankfurt-Höchst
© Ineratech
Katalysatoren

8. Mai 2024 | Das Karlsruher Start-up Ineratec hat mit dem globalen Chemiekonzern Sasol einen Fünfjahresvertrag über die Lieferung von Fischer-Tropsch-Katalysatoren unterzeichnet. Das Unternehmen will sie für die Herstellung von E-Fuels aus Wasserstoffbasis insbesondere für die Luftfahrt nutzen. Dabei zielt das Unternehmen auf „die höchsten Produktionseffizienzen auf dem Markt“.

Bei den Katalysatoren handle es sich um Sasols neueste Produktgeneration. Laut Ineratech sind es die derzeit effizientesten auf dem Markt. Die Katalysatoren sollen unter anderem in der ersten großtechnischen Power-to-Liquid-Anlage (PtL) des Unternehmens zum Einsatz kommen. Sie entsteht derzeit in Frankfurt-Höchst, soll noch 2024 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 2.500 Tonnen E-Fuels aus CO2 und grünem Wasserstoff herstellen.

Die E-Fuels sollen primär zu synthetischem Kerosin (Sustainable Aviation Fuels, SAF) weiterverarbeitet werden. Als Ersatz für fossiles Kerosin soll es die Umweltbilanz der Luftfahrt verbessern. Die Sasol-Katalysatoren beeinflussen laut Ineratech die Art und Geschwindigkeit der Fischer-Tropsch-Reaktion im chemischen PtL-Umwandlungsprozess und erhöhten dessen Effizienz. Dies erhöhe die Kraftstoffausbeute bei gleichem Ressourceneinsatz „erheblich“. Somit würden letztlich weniger grüner Wasserstoff und Energie zur Kraftstoffsynthese benötigt.

Ineratec-Geschäftsführer Tim Böltken erklärte, sein Unternehmen wolle primär Branchen wie die Luftfahrt, die Schifffahrt, der Schwerlastverkehr und die chemische Industrie beliefern. Derzeit habe der Ausbau der Produktionskapazitäten oberste Priorität. Dabei spiele die Produktivität eine wichtige Rolle. Die Sasol-Katalysatoren ermöglichten Ineratech nun „die höchsten Produktionseffizienzen auf dem Markt“. Im Januar hatte das Start-up Privatinvestitionen in Höhe von fast 120 Millionen Euro erhalten.

Projekt Care-O-Sene: Basischemikalien auf Basis von grünem Wasserstoff

Sasol und Ineratec kooperieren seit 2015 im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts Care-O-Sene, betonte Dr. Dirk Schär, Technical Manager Marketing and Sales Catalysts bei Sasol und Co-Leiter des Projektes. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 30 Millionen Euro geförderte Vorhaben hat zum Ziel, bestehende Fischer-Tropsch-Katalysatoren zu verbessern. Dabei sollen neue Konzepte zur Produktion von Paraffin im industriellen Maßstab entstehen

An Care-O-Sene sind außerdem weitere Forschungsinstitute aus Deutschland und Südafrika beteiligt. Dazu gehören das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB), das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die University of Cape Town (UCT).

Zur Projektwebsite

 

(Quelle: Ineratech/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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